16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gefängnisstrafen für zwei Deutsch-Tunesier im Celler IS-Prozess

Gefängnisstrafen für zwei Deutsch-Tunesier im Celler IS-Prozess

OLG verhängt vier Jahre und drei Monate sowie drei Jahren Haft

Das Oberlandesgericht Celle hatt zwei Deutsch-Tunesier wegen Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu Haftstrafen verurteilt.

Celle - Der Angeklagte Ayoub B. erhielt eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und drei Monaten, sein Mitangeklagter Ebrahim H.B. eine Freiheitsstrafe von drei Jahren verhängt, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Der Staatsschutzsenat sah es demnach als erwiesen an, dass sich die Angeklagten zwischen Juni 2014 und August 2014 dem IS angeschlossen hatten und damit Mitglieder einer terroristischen Vereinigung im Ausland gewesen sind. B. habe eine Ausbildung an der Waffe durchlaufen und dadurch den IS ebenso unterstützt wie unter anderem durch die Teilnahme an einer Propagandaveranstaltung und Werbung für die Dschihadistenmiliz. Ferner habe B. an der Festnahme zweier Syrer und deren Zuführung zur sogenannten "IS-Polizei" mitgewirkt.

Auch habe B. die Ziele des IS gefördert, als er bei einem Gefecht am 31. Juli 2014 zwischen IS-Kämpfern und irakischen Truppen verletzte Dschihadisten von der Front in ein Krankenhaus transportierte. H.B. habe sich dem IS zunächst als Kämpfer und dann als Selbstmordattentäter zur Verfügung gestellt. Ferner habe er Werbung für den IS gemacht und im Internet ein Bild von sich in Kampfmontur veröffentlicht.

Gegen das Urteil ist Revision beim Bundesgerichtshof möglich. Der Prozess hatte am 3. August begonnen. An insgesamt 25 Verhandlungstagen vernahm der Senat drei Sachverständige und 37 Zeugen.

(xity, AFP)


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