27.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZs Ravensbrück

Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZs Ravensbrück

Wanka und Woidke mahnen zu Wachsamkeit

Im Konzentrationslager Ravensbrück im heutigen Brandenburg wurden zu NS-Zeiten zehntausende Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente.

Ravensburg - Mit einer Gedenkveranstaltung ist an die Befreiung des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück vor 70 Jahren erinnert worden. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mahnten zu Wachsamkeit.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte bei der Feierstunde in der Gedenkstätte im nördlichen Brandenburg, das Lager stehe "für die schlimmsten Persönlichkeitszerstörungen". Die Vergangenheit sei eine Mahnung für die nachfolgenden Generationen. Die Menschen seien verantwortlich dafür, was sie tun und was sie zulassen. "Verantwortung heißt: Wir dürfen nicht schweigen", fügte sie mit Blick auf jüngste Fälle von Antisemitismus und Fremdenhass hinzu.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte bei der Gedenkveranstaltung, die Überlebenden mahnten dazu, dass unter die NS-Vergangenheit "kein Schlussstrich" gezogen werden dürfe. Leider seien heutzutage wieder Menschen unterwegs, "die offenbar nichts aus dieser schrecklichen Vergangenheit gelernt haben", sagte er mit Blick auf Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte oder Angriffe auf Politiker, die sich für Flüchtlinge einsetzen.

Auch die Präsidentin des Internationalen Ravensbrück-Komitees, Annette Chalut, mahnte angesichts des hohen Alters vieler Zeitzeugen dazu, die Erinnerung an das NS-Regime auch künftig wachzuhalten. Was damals geschehen sei, dürfe niemals vergessen oder geleugnet werden, sagte sie bei der Gedenkveranstaltung. "Wir haben die Pflicht zu absoluter Wachsamkeit."

Zwischen 1939 und 1945 wurden 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche als Häftlinge in Ravensbrück registriert. Die Häftlinge stammten aus über 40 Nationen, unter ihnen befanden sich zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma.

Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente - allein 6000 in einer Ende 1944 errichteten Gaskammer. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Lager mit rund 2000 zurückgelassenen Kranken.

(xity, AFP)


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