Gauweiler fiel Entscheidung zum Rückzug "nicht leicht"

Lafontaine lobt Entscheidung des CSU-Politikers

Dem zurückgetretenen CSU-Vize Peter Gauweiler ist der Rückzug nach eigenen Angaben nicht leicht gefallen.

Belin - Der Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, er habe sich die "Entscheidung nicht leicht gemacht". Nach längerer Überlegung habe er dann CSU-Chef Horst Seehofer informiert. Dieser wusste der Zeitung zufolge seit Donnerstag vergangener Woche von Gauweilers Entschluss, sich zurückzuziehen.

Gauweiler hatte am Dienstag in Berlin erklärt, er gebe sowohl sein Amt als Parteivize als auch sein Bundestagsmandat ab. Zur Begründung verwies er darauf, dass er wegen seines seit langem bekannten Widerstands gegen die Rettungspolitik der Bundesregierung in Bezug auf Griechenland auch von seiner eigenen Partei kritisiert worden sei.

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine lobte Gauweilers Entscheidung. Er sagte ebenfalls der "Bild"-Zeitung, Griechenland sei seit 2010 pleite und Gauweiler habe immer wieder darauf hingewiesen. "Jetzt zieht er die Konsequenzen", sagte Lafontaine. Gauweiler lasse sich "nicht verbiegen".

Der zurückgetretene CSU-Vize hatte unter anderem erklärt, es sei von ihm öffentlich verlangt worden, im Bundestag so abzustimmen, dass er sich "für das Gegenteil dessen entscheide", was er seit Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht und den Wählern vertrete. Zuletzt war Gauweiler von Seehofer in einer Vorstandssitzung scharf kritisiert worden, weil er als Parteivize im Bundestag gegen die jüngste Verlängerung der Griechenland-Hilfen gestimmt hatte.

(xity, AFP)