16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gauck würdigt Rolle der Massenproteste im Herbst 1989

Gauck würdigt Rolle der Massenproteste im Herbst 1989

Mehrere Bürgerrechtler mit Verdienstorden geehrt

Wenige Tage vor dem 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution hat Bundespräsident Joachim Gauck die Rolle der Massenproteste im Wendeherbst 1989 gewürdigt.

Berlin - Die Menschen hätten damals die Macht der Diktatur gebrochen, indem sie ihre Angst überwunden hätten und auf die Straße gegangen seien.

Der 9. Oktober 1989 erinnere daran, wie die Deutschen die Freiheit errungen hätten "und dass wir mit dieser Errungenschaft sorgsam umgehen müssen", sagt Gauck der "Leipziger Volkszeitung". Gauck forderte die Bürger auf, die damals errungenen Werte zu pflegen. "Alles was uns heute so selbstverständlich erscheint - Grundrechte wie die Meinungsfreiheit etwa, die Pressefreiheit oder die Versammlungsfreiheit - sind kostbare Güter, die wir schätzen und schützen sollten", sagte der Bundespräsident.

Die Losung von 1989 "Wir sind das Volk" beschreibe die Haltung von Menschen, die sich für zuständig erklärten für ihr Gemeinwesen. "Diese Haltung brauchen wir aber auch in der Demokratie: Menschen, die als Bürger und Demokraten engagiert sind", betonte Gauck.

Der gewaltfreie Protestmarsch von 70.000 Menschen in Leipzig am 9. Oktober 1989 hatte den Durchbruch für die friedliche Wende in der DDR gebracht. Mit den Rufen "Keine Gewalt" und "Wir sind das Volk" stellten sich die Demonstranten damals den aufmarschierten Sicherheitskräften entgegen, Polizei und Armee griffen aber nicht ein.

Der 9. Oktober gilt daher als Wendepunkt der Montagsdemonstrationen. Von da an beteiligten sich immer mehr Menschen im ganzen Land an den Protesten, die das Ende der DDR einleiteten. Leipzig wurde zum Symbolort für die friedliche Revolution.

Das 25. Jubiläum wird in Leipzig mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt. Geplant sind am kommenden Donnerstag unter anderem ein Festakt mit einer Rede von Gauck zur Demokratie sowie ein großes Lichtfest in der Innenstadt.

Gauck zeichnete in Berlin zum Tag der Deutschen Einheit zahlreiche Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Darunter waren mehrere DDR-Bürgerrechtler wie Reinhard Schult und Lutz Rathenow. Schult war viele Jahre maßgeblich in der Widerstandsbewegung der DDR aktiv und gehörte im Mai 1989 zu denen, die die Fälschung der Ergebnisse der DDR-Kommunalwahlen mit aufdeckten.

Rathenow zählte zu DDR-Zeiten zu den bekanntesten Autoren der unabhängigen Literaturszene in Ost-Berlin und engagierte sich in der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung. Heute ist Rathenow sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

(xity, AFP)


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