18.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gänsemanagement zeigt erste Erfolge

Gänsemanagement zeigt erste Erfolge

Deutlich weniger Jungvögel im Stadtgebiet

Nachdem die Population an Kanadagänsen im Stadtgebiet in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist, hat die Landeshauptstadt Düsseldorf im Frühjahr 2018 ein Gänsemanagement gestartet.

Düsseldorf - Kern des Konzeptes ist ein Gelegemanagement, bei dem gezielt Eier aus den Nestern entnommen werden. Weitere Bausteine sind das Herrichten von Brutplätzen für Höckerschwäne als natürliche Konkurrenten sowie die Kontrolle des Fütterungsverbotes. Nach Abschluss der ersten Brutsaison seit Einführung des Gänsemanagements zeigen sich in den Parks ein deutlicher Rückgang von Jungvögeln sowie auch eine leicht rückläufige Gesamtzahl der Kanadagänse.

Getrennt beobachtet werden hierbei die Anzahl der Kanadagänse in den Parks und im gesamten Stadtgebiet. In den Parks hatte sich die Anzahl in den Jahren von 2009 bis 2017 von etwa 329 auf 966 Tiere verdreifacht. Im gesamten Stadtgebiet hatte sich die Anzahl von 700 auf etwa 1400 Tiere verdoppelt. Mit einem weiteren Anwachsen der Population musste gerechnet werden. Legt man die Wachtumsraten der Vorjahre zugrunde, wäre für 2018 eine Population in Parks von etwa 1.100 Kanadagänsen zu erwarten gewesen. Mithilfe des Gänsemanagements konnte die Zahl auf aktuell 923 Tiere in innerstädtischen Grünanlagen gesenkt werden.

Reduzierung der Jungvögel durch Gelegemanagement

Das Projekt wurde durch ein externes Fachgutachten begleitet und die Eientnahme durch eine Biologin durchgeführt. Mit der fachlichen Begleitung wurden aus jedem gefundenen Gänsenest in den Parkanlagen alle bis auf zwei Eier entnommen. Ein Belassen von Eiern ist notwendig, da die Vögel ansonsten eine weitere Brut beginnen würden. Insgesamt wurden fast 600 Eier entnommen. Nach Abschluss der Eientnahme wurden die Bestände und der Anteil Jungvögel gezählt.

In den Vorjahren betrug der Anteil der Jungvögel stets um 20 Prozent, im Jahr 2013 sogar über 30 Prozent. Die Entnahme von fast 600 Kanadaganseiern führt nunmehr zu einem Jungvogelanteil von unter 10 Prozent im Jahr 2018. Zuletzt gab es im Jahr 2010 ähnlich wenige Jungvögel. In mehreren Parks konnte so auch die Gesamtzahl der Gänse deutlich reduziert werden. Die Zahl der Jungvögel wurde von 177 im Jahr 2017 fast halbiert, aktuell wurden 90 Jungvögel der Kanadagans gezählt.

Weitere Bausteine des Gänsemanagements

Als weiteren Baustein des Gänsemanagements wurden Brutplätze der Höckerschwäne als natürliche Konkurrenten der Gänse hergerichtet. Diese dulden keine Gänse an ihren Brutplätzen und hindern sie am Brüten. Auf der Zooparkinsel zum Beispiel wurde das zu steile Ufer abgeflacht, Büsche zurückgeschnitten und Laub als Nistmaterial bereit gelegt. Leider wurde dies in diesem Frühjahr nicht von den Schwänen angenommen.

Hinderlich bei der Begrenzung der Gänsepopulation ist das Füttern der Vögel. Nach der Straßenordnung der Stadt Düsseldorf besteht bereits ein Fütterungsverbot für wildlebende Tiere, also auch für Kanadagänse. Das Verbot wird durch Mitarbeiter der Stadt kontrolliert und geahndet. Ein neues Hinweisschild macht an relevanten Orten in Parkanlagen darauf aufmerksam und soll so die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Die Kotbelastung ist trotz leicht rückgängiger Anzahl der Gänse immer noch hoch. Trotz aller Anstrengungen bleibt festzuhalten, dass es weiterhin Gänse in den Düsseldorfer Parkanlagen und damit auch Verschmutzungen geben wird. Für die Hauptzeiten, in denen sich die Gänse in den Parkanlagen aufhalten, wurden nun die Pflegeintervalle erhöht. In erster Linie werden besonders stark frequentierte Bereiche gereinigt, beispielsweise die Wege und der Wasserspielplatz im Zoopark.

Im Ergebnis wurde der Wachstumstrend der Population gestoppt. Bedingt durch die hohe Lebenserwartung der Gänse müssen die Bestrebungen zur Reduzierung der Bestände in den kommenden Jahren jedoch fortgesetzt werden.


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