07.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gabriel fordert nach Brexit-Votum sozialeres Europa

Gabriel fordert nach Brexit-Votum sozialeres Europa

SPD-Chef sieht Haltung junger Wähler als Zeichen der Hoffnung

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat als Konsequenz aus dem Brexit-Votum ein stärkeres soziales Engagement der EU verlangt.

Berlin - "Es ist klar, dass Europa wieder stärker Kurs auf die Menschen hin nehmen muss", sagte der SPD-Chef und Vizekanzler am Freitag in Berlin. Er verwies auf die 25 Millionen Arbeitslosen, die es in der EU aus den Jahren der "Finanz- uns Sparkrise" her gebe.

Die Menschen in der EU wollten Arbeit finden und ein gutes Leben führen, sagte Gabriel weiter. "Das sind die Themen, um die wir uns jetzt kümmern müssen." Er kritisierte, auch Deutschland habe sich bisher "sehr zurückgehalten, wenn es darum ging, Arbeit und Beschäftigung voran zu bringen". Zwar gebe es in Teilen der EU großen Reformbedarf, "aber durch Sparen allein entsteht in Europa keine Arbeit".

Das Votum der Briten für den Austritt aus der EU wertete Gabriel als einen "Warnschuss" für die gesamte Union. Statt zu jammern, müsse jetzt nach vorne geschaut werden. Auch die Bundesregierung müsse darüber diskutieren, wie sich in Europa die Lage für die Menschen verbessern kann, denn "nur dann wird die Skepsis gegenüber Europa abnehmen".

Als Hoffnungszeichen wertete Gabriel die große Zustimmung junger Briten für einen Verbleib in der EU: "Da wächst eine Generation heran, die ganz anders zu Europa steht." Insofern wäre es falsch, im Verhältnis zu Großbritannien "jetzt die Zugbrücken hochzuziehen". Nichts in der Politik sei von Dauer und die Haltung der jüngeren Generation sei "ein starkes Signal", dass es auch eine Wiederannäherung geben könne.

(xity, AFP)


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