16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gabriel fordert Mindestrente für Geringverdiener

Gabriel fordert Mindestrente für Geringverdiener

Vor allem im Osten nach 40 Jahren Arbeit oft weniger als 1000 Euro Rente

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fordert die rasche Einführung einer Mindestrente für Geringverdiener.

Berlin - "Wir brauchen ein einfaches Modell, das die Leute sofort verstehen", sagte Gabriel dem Magazin "Spiegel". Wer 40 Jahre und mehr Vollzeit gearbeitet habe, solle im Alter mindestens 1000 Euro Rente haben. Vor allem in Ostdeutschland bekämen viele aber oft deutlich weniger. "Da laufen uns die Leute in Scharen davon", fügte er hinzu.

Gabriel sagte, er befürchte, "dass die Koalition am Ende nur ein kompliziertes Modell beschließt, das viele Ausnahmen kennt und das niemand versteht".

Am Donnerstag hatte die große Koalition ein neues Rentenpaket auf den Weg gebracht. Es schreibt das Rentenniveau bis 2025 bei mindestens 48 Prozent des Durchschnittseinkommens fest, außerdem gibt es Verbesserungen bei der Mütterrente, der Erwerbsminderungsrente und für Geringverdiener.

Die im Koalitionsvertrag verabredete Einführung einer Grundrente für langjährig Versicherte findet sich darin nicht. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, dass sie im kommenden Jahr eingeführt werden solle.

Die Grundrente soll laut Koalitionsvertrag zehn Prozent über der Grundsicherung liegen. Voraussetzung für den Bezug ist, dass die Versicherten 35 Jahre an Beitragszeiten, inklusive Pflegezeiten oder Kindererziehungszeiten, nachweisen können und eine Rente unterhalb des Grundsicherungsniveaus erhalten.

(xity, AFP)


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