Früher Auftakt für die Frühjahrsblumenpflanzung

Milde Witterung lässt Anlagen vorzeitig erblühen

Die Auslieferung der Frühlingsblumen für die Parkanlagen und Friedhöfe war eigentlich erst für Ende März geplant. Doch durch die milde Witterung haben die Stadtgärtner schon früher begonnen, die Wechselbeete in den Parkanlagen zu bepflanzen.

Düsseldorf - Im Nordpark wurde schon mit der Bepflanzung des Sommerblumengartens begonnen und auch im Schlosspark Benrath vertreiben die leuchtenden Farben der Frühlingsblumenbepflanzung den grauen Winter. "Dadurch können die Parkbesucher in diesem Jahr den Frühjahrsblumenschmuck länger genießen. Auch gelegentliche Nachtfröste können den Frühlingsblumen nicht schaden, ein paar Grad unter Null können sie durchaus vertragen", erklärt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Neben Primeln, Vergissmeinnicht, Violen, Bellis und Hornveilchen zählt der Goldlack zum Frühjahrsblüher-Sortiment des Gartenamtes. Die Farbenvielfalt der unterschiedlichen Sorten und der teils kräftige Duft dieser Pflanzen erfreut nun bald wieder die Besucher der Parkanlagen.

Die Frühjahrspflanzen werden in der Stadtgärtnerei an den Stockumer Höfen von Gärtnern und Auszubildenden des Gartenamtes herangezogen. Bereits im vergangenen Sommer wurde mit der Anzucht der Beet-pflanzen begonnen. Die meisten Pflanzen werden aus Saatgut herangezogen. Die Blumen wurden zunächst in Kisten ausgesät. Wenn die Sämlinge einige Blattpaare gebildet haben, werden sie vereinzelt (pikiert). Das ist jede Menge Arbeit. Handarbeit um es genau zu sagen. Die kleinen Pflänzchen benötigen dann weiter viel Pflege, sie werden regelmäßig gewässert, auch wiederum per Hand. Es gibt in den modernen Gewächs-häusern der Stadtgärtnerei auch eine Bewässerungsanlage. "Aber in die ser frühen Wachstumsphase kommt es bei der Bewässerung auf das richtige Fingerspitzengefühl an. Die einzelnen Gattungen müssen unterschiedlich behandelt werden und nicht jede Pflanze benötigt die gleiche Menge an Wasser", erklärt Silke Wilhelm, die Leiterin der Stadtgärt-nerei. Im Herbst wurden die Pflanzen dann in Überwinterungskästen gesetzt, damit sie frostfrei überwintern konnten. Gegen Ende der An-zucht werden die Pflanzen kaum noch beheizt und so "abgehärtet", ehe sie nun in die Beete und Kübel wandern.

Auch die Blumenzwiebeln, Tulpe, Narzisse, Kaiserkrone und Trauben-hyazinthen, wurden jetzt in der Stadtgärtnerei vorgezogen. Das ist neu, denn ursprünglich haben die städtischen Gärtner die Blumenzwiebeln bereits im Herbst in die Beete gesetzt. Für die Arbeit im Park ist es einfa-cher, wenn in den Flächen keine Blumenzwiebeln heranwachsen. Die Beete können nun komplett gefräst werden, es muss nicht auf die Blumenzwiebeln Rücksicht genommen werden. Oft wurden die Blumen-zwiebeln auch von Nagetieren aufgefressen und dadurch gab es viele Ausfälle bei den Zwiebelpflanzungen.

Im Nordpark werden in diesem Jahr stolze 163.000 Pflanzen gesetzt. Diese enorme Zahl erklärt sich durch die unterschiedlichen Größen. Es werden sehr viele Muscari (Traubenhyazinthen) die Beete schmücken, im Vergleich zu Primeln und Stiefmütterchen sind diese aber sehr klein und daher muss auf der Fläche eine größere Stückzahl verwendet werden.

Der Schlosspark Benrath wird mit insgesamt 96.000 Pflanzen bedacht. Davon sind allein 30.000 für die Bepflanzung des Parterregartens und 27.500 für den Küchengarten gedacht, im französischer Garten werden 14.500 und im Blumengarten 22.300 Frühlingsblüher eingepflanzt.

Aber auch in die anderen Anlagen zieht der Frühling ein. Im Ehrenhof sollen bald 27.000 Tulpen in den Stadtfarben weiß und rot erblühen. Die verschiedenen Sorten hat der zuständige Gärtnermeister so arrangiert, dass früh- und spätblühende Tulpen, für eine möglichst lange Blüten-pracht sorgen. Die Zwiebeln wurden auch im Ehrenhof und im Rheingärtchen bereits im Oktober in die Erde gesetzt. Die Besucher dürfen sich schon auf die Tulpenblüte im Ehrenhof freuen. Die Tulpen im Ehrenhof wurden auch bereits im Herbst von den Gärtnern gepflanzt, alle anderen Tulpen wurden in der Stadtgärtnerei vorgezogen - so auch die für das Rheingärtchen. Das Spektrum der 7.000 Tulpen ist enorm, es reicht von lilienblütigen und Papageitulpen über gefüllte bis zu einfachen Tulpen. Dazu werden mehr als 3.000 blau blühende Vergissmein-nicht den kleinen Park am Rheinufer in ein Blütenmeer verwandeln.

Stiefmütterchen und Hornveilchen in über 60 Sorten, Vergissmeinnicht mit weißen, rosa und blauen Blüten, Tulpen in mehr als 70 Sorten, Primeln und zehn verschiedene Bellis - auch Tausendschön oder Gänseblümchen genannt - erblühen in vielen verschiedenen Farbnuancen. Neben den bekannten Frühjahrsblumen werden auch spezielle Sorten bereitgestellt: zum Beispiel Goldlack, Akeleien und Schachbrettblume.

Zusätzlich bepflanzen die Gärtner auch die Blumenkübel und die Pflanz-ringe im Stadtgebiet mit Stiefmütterchen, Primeln und Tulpen. Die Friedhöfe werden mit insgesamt 50.000 Frühlingspflanzen bestückt. Ein-gänge, Schmuckbeete, Kriegs- und Ehrengräber erhalten nach der tristen Winterzeit nun wieder frische Farbtupfer.