Frische Luft rein, Feuchtigkeit raus!

Richtiges Lüften ist gerade im Winter wichtig

Im Winter das Fenster aufzumachen ist kein reines Vergnügen - ungemütlich kann es werden, und wertvolle Heizenergie geht auch verloren. Dennoch: Auch bei Kälte muss regelmäßig für frische Luft gesorgt werden.

Düsseldorf - Sonst leidet die Raumluftqualität und schlimmstenfalls droht gesundheitsschädlicher Schimmel. Wie also die Luft hineinbekommen, ohne den Raum auszukühlen? Wer kann, sollte ruhig die Anschaffung kleinerer oder größerer mechanischer Helfer in Erwägung ziehen. Auch von Hand aber ist ein effektives Lüften mit ein wenig Disziplin in den meisten Wohnungen möglich. Die Verbraucherzentrale NRW hat zusammengetragen, worauf zu achten ist:

- Kurz und effektiv: Die Fenster sollten in der Heizperiode immer nur für ein paar Minuten geöffnet werden, dafür aber möglichst weit. Während dieses Stoßlüftens sollte die Heizung heruntergedreht werden. Wann die Zeit zum Lüften gekommen ist, kann ein Hygrometer anzeigen, das für wenige Euro erhältlich ist: Im Winter sollte die relative Luftfeuchte nicht lange über 50 Prozent liegen, da sich die Feuchtigkeit sonst leicht an kalten Wänden niederschlägt und Schimmelwachstum fördert. In schlecht gedämmten Häusern liegt die Gefahrengrenze oft schon bei 40 Prozent.

- Mehrmals täglich: Nur morgens nach dem Aufstehen kurz zu lüften, wenn die Wohnung ohnehin noch kühl ist, reicht nicht. Denn erst nach dem Anheizen kann die Luft weitere Feuchtigkeit auf- und mit herausnehmen. Und die Wassermenge, die herausgelüftet werden muss, ist dank Waschen, Duschen, Kochen und Co. durchaus stattlich: In einem Vier-Personen-Haushalt sind das pro Tag zwischen sechs und zwölf Liter. Deshalb muss mehrmals über den Tag verteilt gelüftet werden. Doch was tun, wenn niemand zuhause ist?

- Durch die Wand: Schon Außenluftdurchlässe in der Wand oder im Fensterrahmen helfen, eine gleichmäßige Lüftung sicherzustellen. Das ist vom Effekt her zu vergleichen mit dem Zug durch Ritzen und Spalten - doch es ist komfortabler, da der Zustrom bei Wind begrenzt wird. Manche Fensterfalzlüftungen wärmen die Luft sogar leicht vor, bevor diese in den Raum gelangt. Dennoch geht so immer ein Teil der Heizungswärme ungenutzt verloren.

- Mit Motor: Eine energiesparende Alternative ist eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie nutzt die Wärme der heraustransportierten Luft, um die frisch hereinkommende vorzuwärmen. Natürlich können auch Anlagen ohne Wärmerückgewinnung für den notwendigen Luftaustausch sorgen. Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, kann ein Lüftungskonzept vom Fachplaner aufzeigen, das im Neubau und bei energetischer Sanierung auch vorgeschrieben ist. Näheres zu den verschiedenen Varianten von Lüftungsanlagen gibt es unter www.vz-nrw.de/lueftungsanlagen.

- Effizient und leise: Bei der Wahl einer Lüftungsanlage sollten Käufer auf Effizienz, die passende Größe und die Lautstärke achten. Entsprechende Angaben finden sich auf dem Effizienzlabel mit den Klassen A+ bis G, das die meisten Lüftungsanlagen seit diesem Jahr haben müssen. In welche Klasse ein Gerät fällt, hängt vor allem davon ab, wie viel Energie es theoretisch gegenüber einer Lüftung mit geöffneten Fenstern einspart. Dabei wird der vermiedene Wärmeverlust mit dem Stromverbrauch aufgerechnet.

- Staatlich gefördert: Für die meisten Wohnungslüftungsanlagen gibt es staatliche Fördermittel. Wer auf ein System mit Wärmerückgewinnung setzt, profitiert doppelt, weil zusätzlich Energie gespart wird. Wer gleichzeitig noch weitere Maßnahmen wie einen Fenstertausch umsetzt, bekommt die besten Konditionen, denn er kann das ?Lüftungspaket? der staatlichen Förderbank KfW in Anspruch nehmen. Dann steigt der Gesamtzuschuss für alle förderfähigen Maßnahmen von 10 auf 15 Prozent der Kosten beziehungsweise 7.500 Euro pro Wohneinheit. Auch in der Kreditvariante sind dann bis zu 6.250 Euro Tilgungszuschuss drin.