16.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Friedenspreisträger Kermani für Einsatz von Bodentruppen in Syrien

Friedenspreisträger Kermani für Einsatz von Bodentruppen in Syrien

Schriftsteller fordert mehr deutsches Engagement gegen IS

Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, ist für einen Einsatz internationaler Bodentruppen in Syrien.

Berlin - Allein mit Luftangriffen sei die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nicht zu besiegen, sagte Kermani dem Magazin "Spiegel". Es sei falsch so zu tun, als habe der Krieg in Syrien "nichts mit uns zu tun".

Als Voraussetzung für einen Einsatz von Bodentruppen nannte Kermani allerdings eine Verständigung der internationalen Gemeinschaft auf eine Friedensperspektive für Syrien und ein Mandat der Vereinten Nationen. Dann jedoch wüsste er auch keinen Grund, "warum Deutschland sich dann raushalten könnte".

Der IS sei besiegbar und er müsse besiegt werden, hob Kermani hervor. "Für die Menschen dort, die vom IS terrorisiert, vertrieben, massakriert, versklavt werden. Und für unsere eigene Sicherheit." Bislang seien Aktionen gegen den IS aber oft nur "eine Show", die beispielsweise in Frankreich vorwiegend die eigenen Bürger beeindrucken solle.

Kermani hatte sich bereits in seiner Rede bei der Entgegennahme des Friedenspreises im Oktober zu der Frage geäußert, ob er als Preisträger gewissermaßen zum Krieg aufrufen dürfe - doch sei der Krieg dort "längst im Gange" und die Annahme, sich abschotten zu können "völlig irrsinnig". Kermani ist gebürtiger Deutscher. Seine Eltern kamen in den 50er Jahren aus dem Iran in die Bundesrepublik.

(xity, AFP)


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