26.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Friedensbewegung zieht positive Bilanz der Ostermärsche

Friedensbewegung zieht positive Bilanz der Ostermärsche

Ukraine-Konflikt und Rüstungsexporte im Fokus

Die Demonstration der Ostermarschierer richtetet sich nach Angaben der Veranstalter gegen Krieg und deutsche Waffenexporte und plädierte für die Aufnahme von Flüchtlingen.

Berlin - Die traditionellen Ostermärsche haben in diesem Jahr bundesweit wieder tausende Menschen angezogen. Der Konflikt in der Ukraine, die Angst vor einem neuen kalten Krieg in Europa und die Kritik an den deutschen Rüstungsexporten zählten zu den zentralen Themen der Friedensdemonstranten. Der Sprecher des Ostermarschbüros, Willi van Ooyen, sprach von einer "stabilen Beteiligung" an den Kundgebungen.

Die Veranstalter zählten in Berlin 1500 Teilnehmer, in Stuttgart 400, in Bonn 130 und bei der Rhein-Ruhr-Radtour rund 250 Mitfahrer. Insgesamt habe es rund 80 Veranstaltungen gegeben. Dass die Zahlen mancherorts im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen, erklärten die Veranstalter vor allem mit dem schlechten Wetter. In einer Erklärung sprachen sie von "vielen tausend Teilnehmern". In den Vorjahren hatten sie jeweils von "zehntausenden Teilnehmern" gesprochen.

"Die Ostermärsche sind nicht der Zählappell der Friedensbewegung", sagte Kristian Galla vom Netzwerk Friedenskooperative dazu. "Wir sind zufrieden mit der Teilnehmerzahl." Die Zahlen belegen auch nach Einschätzung von Ostermarschbüro-Sprecher van Ooyen "die stabile Organisationsstruktur der Friedensbewegung, die im ganzen Land in der Lage ist, für Frieden und Abrüstung gegen die Militarisierung nach Innen und Außen Aktionen zu organisieren".

Angesichts der aktuellen Ereignisse spielte der Ukraine-Konflikt auf den Ostermärschen eine wichtige Rolle. Kundgebungsredner warnten nach Angaben der Veranstalter an mehreren Orten vor einer Eskalation des Konflikts durch Russland und die Nato. Auch die bewaffneten Konflikte in Syrien, im Irak und in Afghanistan wurden angesprochen.

Vielfach thematisiert wurden auch die deutschen Rüstungsexporte, deren sofortiges Ende die Ostermarschierer forderten. Auch die Forderung nach einer Beendigung alles Auslandseinsätze der Bundeswehr wurde laut. "Mit der Waffe in der Hand lässt sich keine Demokratie verbreiten, lassen sich keine Konflikte lösen", erklärte van Ooyen.

Die Ostermarsch-Bewegung richtet sich unter dem Motto "Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg" gegen Kriege und Kriegspropaganda. Stattdessen werben die Aktivisten für Völkerverständigung und eine Welt ohne Atomwaffen. Zu den Veranstaltern zählen Friedensgruppen, Gewerkschaften, kirchliche Gruppen und Jugendorganisationen.

In Deutschland wurden Ostermärsche erstmals 1960 organisiert. Anfang der 1980-er Jahre erlebte die Bewegung mit der Debatte über die Raketen-Nachrüstung der Nato ihren Höhepunkt. Auch zu Zeiten des Golfkriegs 1991 und des Irak-Kriegs 2003 konnte die Friedensbewegung an Ostern mehr als 100.000 Teilnehmer mobilisieren.

(xity, AFP)


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