Friedensaktivisten kritisieren Hantieren von Kindern mit Bundeswehr-Waffen

Vorwürfe wegen Vorführungen an "Tag der Bundeswehr"

Die Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK und weitere Organisationen haben dagegen protestiert, dass die Bundeswehr bei öffentlichen Veranstaltungen auch Kinder mit Handfeuerwaffen hantieren lasse.

Berlin - "Die Bundeswehr hat dabei Grenzen überschritten", hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich des "Tages der Bundeswehr" am Samstag. Zudem verstoße die Bundeswehr mit solchen Aktionen gegen eigene Richtlinien.

Der Erklärung sind Bilder beigefügt, die demnach Kinder am "Tag der Bundeswehr" in einer Kaserne im baden-württembergischen Stetten beim Hantieren mit Waffen der Typen G36 und P8 sowie bei einer Einweisung an einer Maschinenpistole des Typs MP7 zeigen. Roland Blach von der DFG-VK sprach von einem erschreckenden Verhalten, Ralf Willinger von der gleichfalls beteiligten Organisation Terres des Hommes bezeichnete das Vorgehen der Streitkräfte als "inakzeptabel".

Die Organisationen, darunter auch das Netzwerk Friedenskooperative, kritisierten zudem erneut, dass die Bundeswehr zu den wenigen Armeen zähle, die Jugendliche unter 18 Jahren als Soldaten aufnehme. Sie forderten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, die Rekrutierung von 17-Jährigen zu beenden.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte zu den Vorwürfen wegen des Hantierens von Kindern an Waffen, dieser Vorgang sei ihm nicht bekannt. Er verwies auf klare Richtlinien, ab welchem Alter beispielsweise ein Zugang zu Waffen möglich sei, sicherte aber eine Prüfung der Angelegenheit zu.

An dem "Tag der Bundeswehr" nahmen laut Verteidigungsministerium rund 262.000 Besucher an 16 Standorten teil. Dies seien etwa 12.000 mehr als im Vorjahr. Für die Bundeswehr sei der Tag ein wichtiges Instrument, um "in die Diskussion zu kommen mit der Bevölkerung, uns darzustellen und die Möglichkeiten zur Nachwuchsgewinnung zu nutzen", sagte der Sprecher.

(xity, AFP)