29.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Forschungsgremien in Sorge über die Bildungspolitik

Forschungsgremien in Sorge über die Bildungspolitik

Bund, Ländern und Parteien Blockadehaltung vorgeworfen

Die Spitzenvertreter des deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystems haben sich "mit großer Sorge" zur Zukunft des Bildungssystems in Deutschland geäußert.

Berlin - In einem gemeinsamen Appell warfen die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz und der Wissenschaftsrat Bund, Ländern und Parteien eine gegenseitige Blockade auf dem Feld der Bildungs- und Wissenschaftspolitik vor. Diese müsse dringend aufgehoben werden, um nicht die in den vergangenen Jahren erzielten Erfolge zu verspielen.

Es ist das erste Mal seit der Debatte über die Föderalismusreform 2005 und erst das zweite Mal überhaupt, dass die Spitzengremien sich in dieser Art öffentlich gemeinsam äußern.

In ihrem Appell verwiesen die Wissenschaftsvertreter darauf, dass die Politik durch große Investitionen, Reformprozesse und Sonderprogramme über ein Jahrzehnt lang die Leistungsfähigkeit des deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystems deutlich erhöht habe. "Mit großer Sorge, mit zunehmendem Unverständnis und wachsendem Unmut" sähen Studierende und Wissenschaftler jetzt, dass die entscheidenden Fragen zur zukünftigen Gestaltung und Finanzierung des Wissenschaftssystems zwischen Bund, Ländern und Parteien umstritten und ungelöst seien. Sie drohten zudem zugunsten anderer Politikfelder in den Hintergrund zu treten.

Die Wissenschaftsvertreter forderten eine nachhaltige Verbesserung ihrer Grundfinanzierung. Außerdem müssten die in den nächsten Jahren auslaufenden drei großen Pakte - Exzellenzinitiative, der Pakt für Forschung und Innovation und der Hochschulpakt - weiterentwickelt und fortgeführt werden. Zudem müsse das im Grundgesetz festgeschriebene Kooperationsverbot abgeschafft werden, um zu einer geregelten Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildung und Wissenschaft zu kommen, forderten die Gremien.

(xity, AFP)


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