24.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Flüchtling in Bonn durch Polizeischüsse schwer verletzt

Flüchtling in Bonn durch Polizeischüsse schwer verletzt

23-Jähriger griff zuvor Mitbewohner mit dem Messer an

In einer Asylunterkunft in Bonn ist es zu einem Streit zwischen zwei Flüchtlingen gekommen. Dabei verletzte ein Guineer einen 27-Jährigen mit einem Messer. Als die Polizei kam, verschanzte er sich. Als er fliehen wollte, wurde er angeschossen.

Bonn - Wie ein Sprecher der Polizei Bonn der Nachrichtenagentur AFP sagte, ging dem Einsatz ein Streit des 23-Jährigen mit einem Mitbewohner voraus. Dabei habe der aus Guinea stammende Mann sein 27-jähriges Gegenüber mit einem Messer verletzt. Als ein Sondereinsatzkommando herbeigerufen wurde, eskalierte die Situation: Der 23-Jährige verschanzte sich im zweiten Obergeschoss des Heims. Als er - immer noch mit Messern bewaffnet - aus dem Gebäude sprang und fliehen wollte, eröffneten die Beamten das Feuer.

Nach dem Streit der beiden Flüchtlinge war die Polizei bald mit einem großen Aufgebot von etwa 50 Kräften vor Ort. Da das von etwa 200 Flüchtlingen bewohnte Heim in einem dicht bewohnten Stadtteil liegt, wurde eine Absperrung errichtet. Die Beamten hätten versucht, mit dem 23-Jährigen zu verhandeln, der sich in einem Küchenraum verschanzt hatte. Die Kontaktaufnahme habe sich jedoch "schwierig" gestaltet. Der Mann sei schließlich kurz vor 19 Uhr aus dem Fenster gesprungen und habe - mit zwei Messern in der Hand - die Absperrung überwinden wollen.

Die Einsatzkräfte hätten zunächst versucht, ihn mit Tränengas zu stoppen, sagte der Polizeisprecher. Er sei jedoch immer weiter gelaufen und sei deshalb "durch Schüsse auf die Gliedmaßen" angriffsunfähig gemacht worden. Der Mann wurde in ein Bonner Krankenhaus gebracht. Nach Angaben des Polizeisprechers ist sein Zustand stabil. Für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft wurden Notfallseelsorger eingesetzt. Der 27-Jährige, der mit dem Messer angegriffen worden war, war den Angaben zufolge nur leicht verletzt.

Der genaue Tathergang und die Gründe, warum es zu den Schüssen auf den 23-Jährigen kam, sind nun Gegenstand interner Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei untersuchte am Abend noch den Tatort, auch wird nach Angaben des Polizeisprechers der Ablauf des Geschehens "umfänglich geprüft". Konkret werde derzeit noch niemand beschuldigt.

(xity, AFP)


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