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Fiskus beteiligt sich an gewerblicher Haustierbetreuung

BFH: Gassi gehen ist "haushaltsnahe Dienstleistung"

Für die gewerbliche Betreuung von Haustieren in der eigenen Wohnung können deren Halter die Steuervergünstigungen für "haushaltsnahe Dienstleistungen" in Anspruch nehmen.

München - Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München. Er verwarf damit die bislang gegenteilige Auffassung der Finanzverwaltung.

Im Streitfall hatte ein Unternehmen für Tier- und Wohnungsbetreuung während des Urlaubs eine Katze direkt in der Wohnung versorgt. Die Firma stellte dafür 303 Euro in Rechnung, die per Überweisung beglichen wurden.

Die in der Rechnung enthaltenen Arbeitskosten machte der Tierhalter in seiner Steuererklärung als "haushaltsnahe Dienstleistung" geltend. Laut Gesetz werden dann 20 Prozent der Arbeitskosten direkt von der Steuerschuld abgezogen. Mit der Regelung soll Schwarzarbeit verhindert werden. Voraussetzung ist daher, dass für die Dienstleistung eine formelle Rechnung gestellt und diese per Überweisung bezahlt wird.

Obwohl dies hier erfüllt war, lehnte das Finanzamt die Steuervergünstigung ab. Es berief sich dabei auf eine entsprechende Anweisung des Bundesfinanzministeriums.

Dem trat nun der BFH entgegen. Laut Gesetz solle die Steuervergünstigung für Dienstleistungen gelten, die eine "hinreichende Nähe zur Haushaltsführung" haben, die regelmäßig anfallen und die gewöhnlich auch von Mitgliedern der Haushalte erbracht werden.

Das treffe hier zu, betonten die Münchner Richter. Das Füttern und Ausführen von Tieren sei regelmäßig notwendig und werde üblicherweise auch durch die Haushaltsangehörigen selbst erledigt.

(xity, AFP)


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