19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Finanzgericht: Spende an den Papst nicht absetzbar

Finanzgericht: Spende an den Papst nicht absetzbar

Klage gegen Finanzamt gescheitert

Eine Spende an den Papst ist laut einem Gerichtsurteil in Deutschland steuerlich nicht absetzbar. Geklagt hatte eine Steuerberatungsgesellschaft, deren Geschäftsführer dem früheren Papst Benedikt XVI. einen Scheck über 50.000 Euro übergeben hatte.

Eine Spende an den Papst ist in Deutschland steuerlich nicht absetzbar. Dies entschied das Finanzgericht Köln. Eine Spende sei nach deutschem Recht nur dann steuerlich abziehbar, wenn der Spendenempfänger eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine öffentliche Dienststelle in einem EU-Mitgliedsland oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes sei, befanden die Richter. Diese Voraussetzungen seien bei einer Spende unmittelbar an den Papst aber nicht erfüllt.

In dem Verfahren hatte eine Steuerberatungsgesellschaft geklagt, deren Geschäftsführer bei einer Generalaudienz dem früheren Papst Benedikt XVI. persönlich einen Scheck über 50.000 Euro übergeben hatte. Hierfür erhielt die Firma eine Spendenbescheinigung, die als Aussteller den "Staatssekretär seiner Heiligkeit" und als Ausstellungsort den Vatikan auswies. Die Spende sollte osteuropäischen Jugendlichen die Teilnahme am Weltjugendtag 2008 im australischen Sydney ermöglichen.

Das Finanzamt sah nicht die katholische Kirche in Deutschland, sondern den Vatikanstaat als Empfänger der Zuwendung an und versagte den Spendenabzug. Zu Recht, wie das Kölner Gericht entschied: Denn als Empfänger der Spende kämen nur der Heilige Stuhl, der Vatikanstaat oder die katholische Weltkirche in Betracht, die allesamt im Vatikan ansässig seien. Der Vatikan gehöre aber weder der EU noch dem Europäischen Wirtschaftsraum an. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreits ließ der Kölner Senat die Revision zum Bundesfinanzhof zu.

© 2014 AFP


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