Fastentuch wird bundesweit in Kirchen gezeigt

Entwurf mit Hilfe des Krefelder Museums realisiert

Im Deutschen Textilmuseum in Krefeld wurde im vergangenen Jahr die Ausstellung "Fastentuch modern - Prämierte Entwürfe des ars liturgica Wettbewerbs 2012" in Kombination mit historischen Textilien aus der eigenen Sammlung gezeigt.

Krefeld - "Es war vorgesehen, dass nur der erste Platz, das Fastentuch von Claudia Merx aus Aachen, verwirklicht wird", sagt Museumsleiterin Dr. Annette Schieck. "Dank der großzügigen Unterstützung durch die Sparkassenkulturstiftung Krefeld konnte zudem eine Version des Entwurfs von Dorothée Aschoff für unsere Ausstellung realisiert werden", so Schieck. Das Aschoff-Fastentuch hing seitdem in mehreren Kirchen in Deutschland und wird in der kommenden Fastenzeit in der evangelischen Gedächtniskirche in Speyer zu sehen sein. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde es nun vorgestellt. Bei der anschließenden Vernissage berichtete die Krefelder Museumsleiterin, wie es zu dem Ars Liturgica Wettbewerb und zur Umsetzung des Aschoff-Entwurfes gekommen ist.

Dorothée Aschoff ist Künstlerin in Neustadt an der Weinstraße. Sie hat im Ars Liturgica Wettbewerb 2012 zur Gestaltung eines Fastentuchs für Gladbeck Butendorf den zweiten Platz belegt. In der Jury vertrat Schieck das Deutsche Textilmuseum. "Es ist dem Deutschen Textilmuseum Krefeld eine besonders große Freude, dass ein Objekt, das es ohne die Initiative der Museumsleitung, ohne die Ausstellung im Deutschen Textilmuseum, vor allem aber ohne die Unterstützung der Sparkassenkulturstiftung Krefeld nicht gegeben hätte, nun bundesweit in Gemeinden präsentiert wird und immer wieder in seiner Funktion als Textil im religiösen Kontext zu seiner eigentlichen Anwendung kommt", so Schieck.

Bemerkenswert sei, dass es sich in Speyer um eine evangelische Kirche handelt, die sich in diesem Jahr mit dem Thema ?Reformation Bild und Bibel? befasst, obwohl die Tradition der Fastentücher eher aus dem Katholischen komme. "Es freut mich zu erleben, wie ein Objekt, das in Krefeld seinen Ausgang nahm, einen so großen Personenkreis erreicht", sagt die Museumsleiterin.

Das Textilmuseum in Krefeld gehört zu den international wichtigsten Sammlungen mit historisch kostbaren Textilien und Bekleidung. Die Sammlung umfasst heute über 30 000 Objekte aus allen Teilen der Welt von der Antike bis zur Gegenwart, die allerdings nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.krefeld.de/textilmuseum