17.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Fast 60 Prozent mehr Asylbewerber im ersten Halbjahr

Fast 60 Prozent mehr Asylbewerber im ersten Halbjahr

Innenminister will Zuzug aus Westbalkanstaaten stoppen

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2014 drastisch erhöht.

Berlin - Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei sie um nahezu 60 Prozent auf 77.109 gestiegen, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Bewilligt worden seien in den ersten sechs Monaten 11.818 Anträge, dazu erhielten 4246 Menschen Flüchtlingsstatus aufgrund ergänzender EU-Regeln oder profitierten von einem Abschiebestopp.

Besonders stark stieg die Zahl der Antragsteller unter anderem aus Eritrea, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Syrien, Serbien und Somalia. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, das für die Bearbeitung zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge werde einen weiteren Anstieg nur noch "unter größten Mühen" bewältigen können. Daher müsse der Zuzug "nicht schutzbedürftiger Personen aus den Westbalkanstaaten" gestoppt werden, um den wirklich Schutzbedürftigen die erforderliche Hilfe zu gewähren.

Asylbewerber aus Staaten wie Serbien, Albanien oder Bosnien-Herzegowina scheitern den Statistiken zufolge praktisch immer, weil sie die an die Gewährung von Asyl geknüpften Bedingungen nicht erfüllen können.

Vor zwei Wochen hatte der Bundestag mit den Stimmen der großen Koalition aus Union und SPD eine Verschärfung des deutschen Asylrechts verabschiedet. Damit werden Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sogenannten sicheren Drittstaaten erklärt. Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern sollen so leichter abgelehnt werden können. Flüchtlingsorganisationen und die Opposition aus Grünen und Linken kritisieren das. Das Gesetz muss noch vom Bundesrat gebilligt werden.

(xity, AFP)


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