Fans gehen in Krefeld gemeinsam ans Werk

Die "Grotenburg Supporters" legen los

Ausgestattet mit weißen Bauhelmen, blauen T-Shirts und orangefarbenen Warnwesten gehen die „Grotenburg Supporters" ans Werk.

Krefeld - Unter dem lauten Dröhnen der Winkelschleifer entfernen sie Metallzäune und Wellenbrecher auf der Nordtribüne und schleppen sie in den bereitgestellten Container. Auf den Kleidungsstücken und der Kopfbedeckung prangt gut sichtbar das Logo der ehrenamtlichen Initiative, die nun mit den Abrissarbeiten am Stadion begonnen hat. So wird für jeden deutlich: In schweren Zeiten packen die Anhänger des KFC gemeinsam an. Die Stimmung ist ausgelassen - schließlich helfen die Fans nun selbst dabei mit, ihr „Wohnzimmer" wieder bespielbar zu machen.

Für den Start der Arbeiten, die in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, hat sich prominenter Besuch auf der Baustelle angekündigt. Oberbürgermeister Frank Meyer, ebenfalls im Shirt der „Supporters", wünscht der Gruppe viel Erfolg und betont, dass auch die Stadt Krefeld ihren versprochenen Anteil leisten wird: „Was hier passiert, zeigt, dass der KFC Uerdingen nie ein Investorenclub gewesen ist - es war immer der Club der Krefelderinnen und Krefelder. Hier entsteht gerade eine Bewegung, und deshalb sollten wir nicht auf diejenigen hören, die schon die Totengesänge auf den KFC anstimmen. Es geht darum, ein klares Bekenntnis abzulegen, dass wir die Grotenburg drittligatauglich machen wollen. So ist die Beschlusslage, und so macht es auch Sinn, wenn wir dem Verein für die Zukunft eine Perspektive geben wollen", erklärt Frank Meyer.

Die „Grotenburg Supporters" sind ein Zusammenschluss von 450 ehrenamtlichen Helfern, größtenteils langjährige Fans des KFC Uerdingen, die der Stadt ihre Unterstützung bei der Sanierung der Grotenburg angeboten haben. Nachdem rechtliche und versicherungstechnische Hürden überwunden waren, konnten die Fans Mitte Juni mit der Arbeit loslegen und wollen sie nun vor allem an den Wochenenden fortsetzen. Dadurch soll die Sanierung beschleunigt werden, außerdem spart die Stadt einen zunächst sechsstelligen Geldbetrag.

Viele der „Supporters" sind keine Laien, sondern vom Fach: Unter ihnen finden sich Maler, Dachdecker, Stahlbetonbauer, Monteure, Sanitärtechniker, Schlosser, Elektriker, Maurer, Straßen- und Kanalbauer und viele weitere handwerklich-technische Berufe. Entsprechend zügig und professionell gehen die Arbeiten vonstatten. Im Herbst soll dann die eigentliche Drittliga-Sanierung durch die beauftragten Fachfirmen beginnen. Wenn alles klappt, ist das „Wohnzimmer" des KFC Uerdingen im April 2022 wieder vollständig nutzbar.