Familie und Freundschaft sind Kindern am wichtigsten

Meiste Mädchen und Jungen fühlen sich in Schule wohl

Familie und Freundschaft sind Kindern in Deutschland bei weitem wichtiger als Geld und Besitz.

Berlin - Drei Viertel der sechs- bis 14-jährigen Mädchen und Jungen finden Familie (74 Prozent) und Freundschaft (73 Prozent) "total wichtig", wie der in Berlin vorgestellte Kinderwertemonitor des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Kinder-Zeitschrift Geolino ergab. Geld und Besitz spielen dagegen für die Kinder mit einem Anteil von 21 Prozent nur eine geringe Rolle.

Die meisten Sechs- bis 14-Jährigen fühlen sich der Umfrage zufolge auch in der Schule wohl. 87 Prozent der Kinder gaben an, dass es ihnen dort "sehr gut" oder "einigermaßen gut" gefällt. Weniger als ein Viertel der Mädchen und Jungen (23 Prozent) fühlt sich durch die Leistungsanforderungen belastet. Auch die Eltern teilen das insgesamt positive Urteil über die Schule: 80 Prozent der Mütter und 83 Prozent der Väter sind mit dem Schulleben ihres Kindes "sehr zufrieden" oder "meistens zufrieden".

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, am erfreulichsten an der Umfrage finde sie, dass die Kinder in Deutschland im Großen und Ganzen gerne in die Schule gingen. "In unserer gesellschaftlichen Diskussion um Schulstrukturen, Qualität und Leistung stellt sich dies oft anders dar", erklärte Wanka.

Ungeachtet der Diskussionen über die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf klagen Kinder auch kaum über zu wenig Zeit mit ihren Eltern. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Jungen und Mädchen sind mit der Menge der gemeinsamen Zeit "sehr zufrieden", 43 Prozent "meistens zufrieden". Nur vier Prozent finden die gemeinsame Zeit zu wenig. Viele Eltern empfinden das anders: 14 Prozent der Mütter und 29 Prozent der Väter sind mit der Menge der gemeinsamen Zeit "oft nicht" oder "gar nicht zufrieden".

"Berufstätige Mütter und Väter leiden mehr unter der knappen gemeinsamen Zeit als ihre Kinder", erklärte der Soziologe Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universität. Die Kinder fänden es überwiegend gut, wenn die Eltern arbeiteten. Diese wiederum nähmen sich auch dann in der Regel Zeit für ihre Kinder, wenn sie voll berufstätig seien. Lieber verzichteten sie dafür auf Schlaf.

Für den Kinderwertemonitor wurden 1012 sechs- bis vierzehnjährige Kinder befragt. Zudem wurde die Meinung der mit ihnen zusammenlebenden Mütter und Väter mit einem Fragebogen erhoben.

(xity, AFP)