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Fall Edathy: Hasselfeldt auf Distanz zu CSU-Reaktionen

"All das ist meine Sprache nicht"

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hält wenig von der drastischen Wortwahl in ihrer Partei zum Fall Edathy.

Berlin - "Jeder hat so seine eigene Sprachregelung", sagte sie in Berlin in Bezug auf die Aussage von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Scheuer hatte unter anderem gesagt, Edathy "kotze" ihn an und gehöre "in die Klapse". Der CSU-Politiker hatte damit auf das jüngste Interview des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy reagiert.

Edathy hatte am Wochenende Vorwürfe zurückgewiesen, er sei pädophil. "In der Kunstgeschichte hat der männliche Akt, auch der Kinder- und Jugendakt, eine lange Tradition", sagte er dem "Spiegel". Hasselfeldt nannte es "unverfroren", dass Edathy sein Verhalten mit der Kunstgeschichte in Verbindung bringe. Hier werde "die Würde der Kinder mit Füßen getreten".

Hasselfeldt ging auch auf Distanz zum stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter, der von der CSU für dieses Amt vorgeschlagen worden war. Auf seiner privaten Facebook-Seite hatte Streiter das Edathy-Interview kommentiert: "Ich habe noch keinen gesehen, der sich im Museum einen runterholt", hieß es dort. "Ich weiß nicht, was mich nun fassungsloser macht - die von Sebastian Edathy eingenommene Opferrolle oder dass ihm der Spiegel dafür eine Plattform bietet."

"All das ist meine Sprache nicht", sagte Hasselfeldt. Sie räumte ein, dass die Belastung der Koalition durch die Edathy-Affäre nicht vollständig überwunden sei. Die Angelegenheit könne noch nicht einfach beiseite gelegt werden. Union und SPD müssten sich nun auf die politische Arbeit konzentrieren.

Edathy hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Internet Nacktaufnahmen Jugendlicher "im Grenzbereich" zur Kinderpornographie bestellt. Im Zuge der Affäre musste der CSU-Minister Hans-Peter Friedrich zurücktreten, was insbesondere die Christsozialen schwer verstimmt hat.

(xity, AFP)


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