24.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Extremismus-Zentrum ermittelt zu Explosion in Freital

Extremismus-Zentrum ermittelt zu Explosion in Freital

Fahrzeug von Linken-Stadtrat war explodiert

In der Nacht zu Montag war das Auto des Linken-Stadtrats Michael Richter in Freital explodiert - nun ermittelt das sogenannte Operative Abwehrzentrum.

Freital - Das teilte eine Sprecherin der Dresdner Polizei mit. Im OAZ wird die Ermittlungsarbeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund landesweit koordiniert.

Neuere Erkenntnisse zu dem Vorfall in Freital gibt es den Angaben zufolge aber nicht. In dem vor Richters Haus geparkten Auto war es in der Nacht zu Montag zu einer Explosion gekommen, die Karosserie und Scheiben beschädigte. Der Wagen wurde von der Polizei für weitere Ermittlungen sichergestellt, Angaben zur Ursache der Explosion und möglichen Hintergründen machte diese bislang nicht.

Die Linke in Sachsen bezeichnete das Geschehen als "Sprengstoffattentat" und "eindeutig politisch motivierte Stafttat". Die Partei warnte vor einer Eskalation ausländerfeindlicher und rechtsextremer Proteste. Das "Rassismusproblem" in Sachsen sei längst zu einem "Sicherheitsproblem" geworden, erklärte der Linken-Fraktionschef im Landtag, Rico Gebhardt.

In Freital machen Rechtsextreme und selbsternannte "Bürgerwehren" in aggressiver Weise seit Monaten Stimmung gegen eine Asylbewerberunterkunft und die dort wohnenden Flüchtlinge. Seiner Partei zufolge hatte sich Richter neben seinem lokalpolitischen Engagement als Linken-Stadtrat an der Organisation von Veranstaltungen der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beteiligt. Er sei schon früher massiv bedroht worden.

Vor dem Hintergrund einer zuletzt stark gestiegenen Zahl von Asylbewerbern ist es in Deutschland in den vergangenen Monaten wiederholt zu Brandanschlägen und anderen Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gekommen. In etlichen Orten gingen Rechtsextremisten und ihre Sympathisanten zudem zu ausländerfeindlichen Protesten auf die Straße; in Freital kam es dabei auch zu Attacken auf Gegendemonstranten. Wiederholt wurden darüber hinaus örtliche Amtsträger von Rechtsextremen wegen ihrer Haltung in der Flüchtlingsfrage bedroht.

(xity, AFP)


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