16.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Experimentale zum Bücherbummel

Experimentale zum Bücherbummel

Börse für Literatur und Medien

Unter Literatur versteht man gemeinhin Texte in einem Buch. Doch Literatur war und konnte immer auch mehr sein als das: Schon im Barock entwickelten sich ausgeklügelte Figurengedichte.

Düsseldorf - In den Anfängen lyrischer Ausdrucksformen, in der Antike, stand der mündliche Vortrag im Zentrum. Im 20. Jahrhundert bildeten sich exemplarische, neue Formen heraus, die sich ganz auf die optische oder akustische Seite der Sprache konzentrierten. Es entstanden die visuelle Poesie und die Lautdichtung, dazu performative Auftrittsweisen, die den Rahmen dessen, was man bis dato als Dichterlesung auffasste, sprengten. Mit den digitalen Medien sind wiederum Möglichkeiten hinzugekommen, literarische Ausdrucksweisen jenseits des Buches zu inszenieren: Computer-Animationen, Internet-Poesie, Blogs, Videos, Hypertexte oder Lautdichtungen im Umfeld der experimentellen Musik.

Grund genug für das Heinrich-Heine-Institut im Rahmen der Düsseldorfer Literaturtage zum Bücherbummel auf der Kö, an der Bilker Straße 12-14, am Freitag, 19. Juni, von 12 bis 20 Uhr eine Börse für Literatur jenseits des Buches zu veranstalten. Als Kooperationspartner fungieren die germanistische Abteilung der Heinrich-Heine-Universität, das Institut für Musik und Medien der Robert-Schumann-Hochschule, das institut bild.medien der Hochschule Düsseldorf, das zakk sowie zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die von 12 bis 18 Uhr verschiedene Stationen zur literarischen Mündlichkeit, wie Live-Dichtung, Rhetorik und Poetry Slam, zur Schrift und zur Literatur in digitaler Zeit betreiben. Auch werden Literatur-Clips zu sehen sein, und interessierte Besucherinnen und Besucher können an der Produktion eines Heine-Rap mitwirken.

Begleitet wird die Börse von Live-Acts der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ab 18 Uhr schließt sich ein Abendprogramm an: Neben der jungen Stuttgarter Experimental-Poetin Mara Genschel wird der Alt-Meister der visuellen und akustischen Poesie Gerhard Rühm, Grün-dungsmitglied der legendären Wiener Gruppe, zusammen mit seiner Frau Monika Lichtenfeld, ein Sprechkonzert veranstalten. Zum Ab-schluss diskutieren Dr. Traudl Bünger, Autorin, Mitglied der Teamleitung lit.COLOGNE, der Autor und E-Zine-Redakteur Marc Degens (Toronto) und der Berliner Verleger Jörg Sundermeier, Verbrecher Verlag, über das spannungsgeladene Verhältnis von "Literatur und Neuen Medien". Gefördert wird die "Experimentale" vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Weitere Informationen gibt es bei Dr. Enno Stahl, E-Mail: enno.stahl@duesseldorf.de ; Telefon 0211.89-95986.


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