Ex-Jugendtrainer in Frankfurt wegen Vergewaltigung und Missbrauchs von Jungen vor Gericht

35-jähriger Angeklagter schweigt zu Prozessauftakt

Ein früherer Jugendtrainer muss sich wegen des Verdachts der Vergewaltigung und des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte laut einem Gerichtssprecher.

Ein früherer Jugendtrainer muss sich seit Freitag wegen des Verdachts der Vergewaltigung und des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Anklage wurde weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen.

Der 35 Jahre alte frühere Jugendtrainer des Fußballdrittligisten SV Wehen Wiesbaden soll seit 2014 bis zum vergangenen Jahr mehrere Kinder und Jugendliche missbraucht und zum Teil vergewaltigt haben. Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft mindestens acht Jugendliche und auch einen Zehnjährigen unter Vorwand in seine Wohnung gelockt und mit Schlafmitteln in Getränken sowie Schokolade betäubt haben.

In anderen Fällen soll er seinen Opfern erhebliche Mengen Alkohol verabreicht haben. Anschließend soll er sie sexuell missbraucht haben. Laut Anklage filmte er die Taten zum Teil. Der Mann soll die Opfer zuvor unter falscher Identität kontaktiert und eine Bedrohungslage fingiert haben. Anschließend habe er sich mit seinem richtigen Namen als Helfer angeboten.

In einem Komplex wirft ihm die Anklage 50-fache Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Ab 2016 soll er demnach einen damals 16-Jährigen über drei Jahren hinweg manipuliert, isoliert und verängstigt haben. Unter einem Pseudonym habe der Mann ihm Drohnachrichten geschickt, sich ihm gegenüber aber gleichzeitig als hilfsbereiter Trainer ausgegeben. Zu den sexuellen Handlungen habe sich der Jugendliche wegen der vorherigen Drohungen gezwungen gefühlt.

Seit Dezember befindet sich der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst Termine bis Ende November und dann weiter zweimal wöchentlich angesetzt. Die Verhandlung dürfte sich nach Gerichtsangaben bis ins kommende Jahr hinein ziehen.

© 2022 AFP