14.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ex-Generalinspekteur Kujat: Bundeswehr kaputtgespart

Ex-Generalinspekteur Kujat: Bundeswehr kaputtgespart

Höhe der deutschen Verteidigungsausgaben "blamabel"

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kuja, hält die Truppe für nicht mehr im vollen Umfang einsatzfähig.

Berlin - Deutschland verfüge nicht mehr über das gesamte Spektrum aller Fähigkeiten, die für die Bündnisverteidigung benötigt würden, sagte Kujat der "Passauer Neuen Presse". Anspruch und Wirklichkeit klafften zunehmend auseinander. Im Deutschlandfunk sagte Kujat, die Bundeswehr sei über Jahre kaputtgespart worden.

Die aktuelle Situation könne keinen überraschen, auch wenn über längere Zeit versucht worden sei, sie zu vertuschen, sagte der frühere Generalinspekteur in dem Radiointerview weiter. Es sehe derzeit nicht den politischen Willen, dass die Situation geändert werde. Die Politik habe bereits vor Jahren zugesagt, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. In der Realität seien es aber gerade mal 1,29 Prozent. "Wir liegen damit an 14. Stelle in der Nato. Das ist für eine so große Volkswirtschaft wie Deutschland einfach blamabel."

Es stelle sich die Frage, "ob die Ankündigungen, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen soll, wirklich ernst gemeint waren", sagte Kujat der "Passauer Neuen Presse".

Bei der Bundeswehr sind derzeit zahlreiche Hubschrauber und Transportfluge aufgrund technischer Mängel nicht einsatzbereit. Medienberichten zufolge gibt es auch Probleme bei Kampfjets der Typen Eurofighter und Tornado, gepanzerten Fahrzeugen des Typs Boxer und weiterem Gerät. Technikpannen hatten in den vergangenen Tagen auch den Flug von Bundeswehr-Ausbildern in die Kurdengebiete im Nordirak verzögert.

(xity, AFP)


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