25.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ex-EKD-Chef: Christen haben bei Pegida nichts zu suchen

Ex-EKD-Chef: Christen haben bei Pegida nichts zu suchen

Schneider begrüßt Abgrenzung auch katholischer Kirche

Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider hat die islamfeindliche Pegida-Bewegung scharf kritisiert.

Berlin - "Von der Zielsetzung her ist Pegida unchristlich", sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Er begrüßte zugleich die Entscheidung des Erzbistums Köln, während der am Abend geplanten "Kögida"-Demonstration dort, die Beleuchtung des Kölner Doms abzuschalten, um den Pegida-nahen Protesten keine Kulisse zu bieten.

Zu den Werten des Abendlandes gehörten auch die Religionsfreiheit und das Eintreten für die muslimischen Flüchtlinge, sagte Schneider. "Wir können nicht das Abendland verteidigen, indem wir den Islam als Feind ausrufen." Deshalb gelte: "Christen haben auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen."

Grundsätzlich sprach sich Schneider gleichwohl dafür aus, den Dialog mit den Pegida-Demonstranten zu suchen, die am Abend auch erneut in Dresden sowie unter dem Namen "Bärgida" in Berlin auf die Straße gegen wollen. Er äußerte sich allerdings skeptisch, was die Erfolgschancen eines solchen Dialogs angehe: "Das Problem ist, dass die meisten gar nicht diskutieren wollen", denn "sobald Argumente ausgetauscht werden, sind die ja am Ende".

Der frühere Präsident des lutherischen Weltbundes, Christian Krause, bezeichnete die Verwendung christlicher Symbole auf Pegida-Demonstrationen als "pervers". "Wenn ich sehe, dass da schwarz-rot-gold angestrichene Kreuze hochgereckt werden, gruselt es mich", sagte Krause dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes".

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH