Ex-Boxer Wladimir Klitschko nimmt Medienpreis M100 für ukrainisches Volk entgegen

Kanzler Scholz: Auszeichnung ist "Zeichen der Anerkennung und der Bewunderung"

Für seinen Mut und seine Standhaftigkeit gegen die russische Invasion ist das ukrainische Volk mit dem Medienpreis M100 ausgezeichnet worden. Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko nahm die Auszeichnung stellvertretend für seine Landsleute entgegen.

Für seinen Mut und seine Standhaftigkeit gegen die russische Invasion ist das ukrainische Volk mit dem Medienpreis M100 ausgezeichnet worden. Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko nahm die Auszeichnung am Donnerstag in Potsdam stellvertretend für seine Landsleute entgegen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte bei der Preisverleihung, die Auszeichnung des ukrainischen Volkes sei eine "ausgezeichnete Wahl". "Niemand verteidigt in diesen Tagen mit höherem Einsatz den Frieden, das Recht und unser aller Freiheit", sagte Scholz.

Der Preis sei "ein Zeichen der Anerkennung, der Bewunderung und auch der Bestärkung für die mutigen Frauen und Männer, die seit 203 Tagen ihr Land mit heldenhafter Tapferkeit vor der russischen Aggression verteidigen", sagte der Kanzler in seiner Rede. "Und sie tun das erfolgreich, wie die eindrucksvollen Geländegewinne im Nordosten der Ukraine jetzt gerade zeigen."

Bei seinem Besuch in der Ukraine im Juni habe es ihn "zutiefst berührt zu sehen und zu hören, dass dort Ukrainerinnen und Ukrainer an der Front für ihr Leben und ihr Land kämpfen, die nie damit gerechnet haben, das einmal tun zu müssen", berichtete Scholz. Unter ihnen seien Arbeiterinnen, Schriftsteller, Lehrerinnen, Architekten und Verkäufer. "Sie alle haben ein normales Leben geführt und müssen nun ihre Familien und ihre Häuser im Krieg verteidigen", sagte der Kanzler. Sein Besuch im stark zerstörten Kiewer Vorort Irpin habe ihm "diese Realität schmerzlich vor Augen geführt".

Der Preis M100 wird seit 2005 jedes Jahr an Menschen vergeben, die sich für die europäische Verständigung sowie Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr erhielten der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny und seine Anti-Korruptionsstiftung FBK die Auszeichnung. Weitere Preisträger sind unter anderen der italienische Schriftsteller Roberto Saviano, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo".

© 2022 AFP