Ethikrats-Vorsitzende: Corona-Beschlüsse "keine Impfpflicht durch die Hintertür"

Buyx: Ungeimpfte müssen keine Sanktionen fürchten

Die Abschaffung kostenloser Corona-Schnelltests ist nach Ansicht der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, keine versteckte Impfpflicht: "Das ist keine Impfpflicht, auch nicht durch die Hintertür", sagte sie am Dienstagabend im "ZDF". Sie sagte weiter: "Eine Impfpflicht beinhaltet, dass man insgesamt sanktioniert wird, wenn man nicht geimpft ist - unabhängig davon was man macht".

Tatsächlich seien nach den Beschlüssen von Bund und Ländern vom Dienstag beispielsweise Restaurantbesuche auch für Ungeimpfte bei Nachweis eines negativen Testergebnisses möglich. Außerdem bestehe die Alternative, nicht ins Restaurant zu gehen. Eine echte Impfpflicht gäbe es dagegen für die Masern-Impfung, so Buyx.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder hatten zuvor beschlossen, dass die kostenlosen Corona-Bürgertests am 11. Oktober abgeschafft werden. Wer sich dann noch testen lässt, muss selbst zahlen.

Auf die noch nicht Geimpften kommen ab 23. August verschärfte Testvorschriften zu: Sie müssen dann einen negativen Test vorlegen, um als Besucher in Krankenhäuser und Altenheime zu kommen, um in Restaurants oder Kneipen zu dürfen oder ins Kino, zum Friseur oder zum Sport im Innenbereich. Antigen-Schnelltests dürfen höchstens 24 Stunden, PCR-Tests höchstens 48 Stunden alt sein.

Das Ziel der Regierung ist es, mehr Menschen zur Impfung zu bewegen.

© 2021 AFP