Ethikrat mahnt gesetzliche Regelung der Embryonenadoption an

Methode ist bislang nicht klar gesetzlich geregelt

Der Deutsche Ethikrat hat rechtliche Regelungen für die sogenannte Embryonenadoption angemahnt. Bei dieser Methode werden künstliche erzeugte Embryonen an eine andere als die genetische Mutter weitergegeben, die das Kind dann austrägt.

Der Deutsche Ethikrat hat rechtliche Regelungen für die sogenannte Embryonenadoption angemahnt. Mit dieser Fortpflanzungsmethode könnten vielfältige Konflikte verbunden sein, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des Ethikrates. Deshalb müsse genau geklärt werden, welche Rechten und Pflichten etwa die spendenden und nehmenden Elternteile des Embryos haben.

Bei der seit einigen Jahren in Deutschland angewandten Methode werden künstliche erzeugte Embryonen an eine andere als die genetische Mutter weitergegeben, die das Kind dann austrägt. Diese Methode der Fortpflanzung ist in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, es fehlen bislang aber klare gesetzliche Regelungen.

Der Ethikrat tritt dafür ein, die Methode nur für "überzählige" Embryonen zuzulassen, die von dem Paar, für das sie erzeugt wurden, zur fortpflanzungsmedizinischen Behandlung nicht mehr gebraucht werden. Stimmt das Spenderpaar dem Transfer des Embryos mit dem Ziel zu, dass das Empfängerpaar die dauerhafte Verantwortung übernimmt, sollte es selbst keine Rechten und Pflichten gegenüber dem Kind mehr haben, forderte der Ethikrat.

Zudem solle das Kind das Recht erhalten, Kenntnis über seine Abstammung zu erhalten. Dafür solle eine zentrale Dokumentationsstelle eingerichtet werden, wo die Betroffenen ab dem 16. Lebensjahr Auskunft darüber erhalten können, inwieweit Informationen über seine genetische Herkunft vorhanden sind.

Die Spende von Embryonen könne zumindest einigen überzähligen Embryonen Lebenschancen eröffnen, heißt es in der Stellungnahme des Ethikrates. Zum anderen könne die Methode Menschen helfen, die keine Kinder zeugen können oder wollen.

© 2016 AFP