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Erzbischof Zollitsch erwartet Anstöße beim Thema Familie

Aufklärung von Missbrauchsskandal war "Herausforderung"

Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, erwartet durch die Sondersynode im Herbst Anstöße zum Thema Familie. Den Vorsitz der Bischofskonferenz gibt Zollitsch aus Altersgründen ab.

Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, erwartet durch Papst Franziskus und die Sondersynode im Herbst "neue Anstöße" beim Thema Familie. Vieles werde inzwischen "neu und vertieft" gesehen, sagte Zollitsch im SWR. Dabei gehe es auch um Fragen, wo wiederverheiratete Geschiedene in der Kirche ihren Ort hätten, wie sie in kirchlichen Gremien mitarbeiten könnten und "wie es mit dem Dienst an den Sakramenten" sei.

Zollitsch gibt den Vorsitz der Bischofskonferenz aus Altersgründen ab. In den sechs Jahren als Vorsitzender habe er stets versucht, Brücken zu bauen "und zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen", sagte er dem SWR. Zugleich sei das Amt "eine Möglichkeit, das was uns als Kirche bewegt, was wir der Gesellschaft sagen können, auch zur Sprache zu bringen". Bei dem von ihm angestoßenen innerkirchlichen Dialogprozess fühle er sich durch Papst Franziskus "stark motiviert" und "sehr bestärkt", auf die Menschen zuzugehen.

Als "harte Herausforderung" während seiner Amtszeit nannte Erzbischof Zollitsch die Aufklärung des Missbrauchsskandals ab 2010. "Es hat keiner von uns je mit dieser Breite und dieser Welle gerechnet", sagte er dem Sender. Zudem sei die gemeinsame Aufarbeitung schwer gewesen. Die Kirche habe inzwischen gute Leitlinien erarbeitet, sagte der Erzbischof. "Ich kenne keine andere Organisation in Deutschland, die es ähnlich weit gebracht hat."

Das "Schmerzlichste" sei, "dass hier eine ganze Reihe Menschen verletzt sind, verwundet sind ihr Leben lang". Viele Betroffene hätten jedoch "gespürt, unser Problem, unsere Wunden sind gesehen".

© 2014 AFP


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