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Erstmals mehr Organspender nach Jahren des Rückgangs

Stiftung: Im vorigen Jahr 955 Spender registriert

Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl der Organspender in Deutschland erstmals wieder gestiegen.

Berlin - Im vergangenen Jahr wurden 955 Spender registriert, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte. Das waren knapp 20 Prozent mehr als im Jahr davor. 2017 waren in Deutschland 797 Spendern Organe entnommen worden, das war der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

Auch die Zahl der entnommenen Organe stieg im vergangenen Jahr. Den Angaben zufolge wurden 3113 Organe über die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant an schwerkranke Patienten vermittelt werden. Es handelte sich um 1607 Nieren, 295 Herzen, 338 Lungen, 779 Lebern, 91 Bauchspeicheldrüsen und drei Dünndärme.

"Die aktuelle Entwicklung bedeutet einen ersten Hoffnungsschimmer für die Patienten auf den Wartelisten", erklärte der medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Im neuen Jahr bleibe aber viel zu tun. Entscheidende weitere Verbesserungen erhoffe sich die DSO von dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf über Reformen der Organspendestrukturen. Dieser sieht eine bessere Vergütung der Klinik und eine Stärkung ihrer Transplantationsbeauftragten vor.

Rahmel rief Krankenhäuser und Ärzte auf, das Thema Organspende und Transplantationen ernst zu nehmen. "Für jedes einzelne Organ lohnt es sich zu kämpfen", erklärte er. Es könne über Leben und Tod entscheiden. Kliniken und Mediziner müssten bei ihrer Arbeit an mögliche Organspenden denken und dem Kontakt zur DSO herstellen. Im vergangenen Jahr sie die Zahl dieser Meldungen bereits um etwa ein Viertel auf 2811 gestiegen. Das sei eine erfreuliche Entwicklung.

In der Debatte um den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Entwurf zur Neuregelung der Organspende bat die DSO den Bundestag um ein "klares Signal zur Unterstützung der Organspende". Dieser sieht die doppelte Widerspruchslösung vor. Das bedeutet, dass jeder generell als Spender gilt, wenn er nicht widersprochen hat. Als weitere Hürde werden, wenn kein Widerspruch vorliegt, die Angehörigen gefragt. Der Ansatz ist aber umstritten.

(xity, AFP)


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