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Erster bundesweiter Warntag verläuft holprig

Probealarm später verbreitet als geplant - Bundesamt räumt Probleme ein

Mit einem Probealarm haben die Behörden in ganz Deutschland den Ernstfall teste wollen - der erste bundesweite Warntag verlief allerdings holprig.

Berlin - Die bundesweite Meldung habe wegen der "nicht vorgesehenen zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen" nur verspätet zugestellt werden können, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf Twitter mit. Es hatte am Vormittag eine amtliche Gefahrenmeldung verbreitet, allerdings etwa eine halbe Stunde später als geplant. Rund zehn Minuten später folgte die Probeentwarnung.

Das im Vorfeld besprochene Auslösekonzept habe "eine reine Auslösung durch den Bund" und nicht durch Länder und Kommunen vorgesehen,erklärte das BBk. Dies liefere "wichtige Erkenntnisse für den Ausbau" des Meldesystems.

Zum ersten bundesweiten Warntag sollten eigentlich im ganzen Land um 11.00 Uhr Sirenen und andere Warnsysteme ausgelöst werden, Entwarnung sollte erst 20 Minuten nach der Probewarnung gegeben werden. Unter anderem sollte die Probewarnung über Radio und Fernsehen sowie über Warnapps wie die Anwendung Nina erfolgen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte dazu aufgerufen, Nachbarn über den Probealarm zu informieren. Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung.

"Die Warnung ist ein enorm wichtiger Aspekt des Bevölkerungsschutzes", erklärte der Präsident des Bundesamts, Christoph Unger, am Donnerstag im Vorfeld der Probewarnung. Einerseits sollten mit dem Alarm die Warnverfahren "auf Herz und Nieren" getestet werden. Andererseits sollten Bürger über die Warnung informiert werden.

"Der Auftrag zur Warnung der Bevölkerung heißt, möglichst viele Betroffene über verschiedene Warnkanäle zu erreichen", erklärte Unger. Die Wichtigkeit und Aktualität des Themas Warnung zeige sich auch durch die Corona-Entwicklungen in diesem Jahr.

"Bis zum Beginn der Corona-Pandemie war Deutschland in jüngerer Vergangenheit glücklicherweise vom Auftreten großer Gefährdungslagen verschont geblieben", erklärte auch die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt. Doch die Erfahrungen mit der Pandemie hätten "das Bewusstsein neu geschärft, dass die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung ein unerlässlicher Baustein" für die Bewältigung von Gefährdungslagen sei.

Auch der Parlamentarische Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) wies darauf hin, dass es seit der Wiedervereinigung keinen solchen Warntag mehr gab. "Wir hatten nach der Wiedervereinigung die Einstellung, es bedarf keiner Sirenen mehr", sagte Mayer der "Bild". Dabei sei aber übersehen worden, dass "Störfälle" wie Naturkatastrophen sich immer wieder ereignen.

Auf Bundesebene war das BBK für den Warntag zuständig, in den Bundesländern die Innenministerien. Außerdem waren in den Kommunen in der Regel die für Katastrophenschutz zuständigen Behörden beteiligt. Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz findet der bundesweite Warntag ab 2020 jährlich am zweiten Donnerstag im September statt.

(xity, AFP)


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