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Erste Mitarbeiter beziehen neue BND-Zentrale in Berlin

Ströbele kritisiert hohe Kosten von Neubau

Siebeneinhalb Jahre nach Baubeginn haben die ersten Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts (BND) ihre Arbeit in der neuen Zentrale in Berlin aufgenommen.

Berlin - Den 174 Beschäftigten sollen in den kommenden Jahren knapp 4000 Kollegen folgen, die noch in der bisherigen BND-Zentrale in Pullach bei München und in mehreren Nebenstellen arbeiten. Der Neubau im Berliner Bezirk Mitte misst rund 260.000 Quadratmeter Bürofläche. Dies entspricht 35 Fußballfeldern.

Das Bauprojekt hatte in den vergangenen Jahren wegen Kostensteigerungen und Verzögerungen für Kritik gesorgt. Beim ersten Spatenstich 2006 hatte der Bauherr, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), mit Kosten von 720 Millionen Euro gerechnet. Inzwischen geht das Bundesamt von 912,4 Millionen Euro aus. BND-Chef Gerhard Schindler bezifferte die Gesamtkosten inklusive des Umzugs der Mitarbeiter vor anderthalb Jahren auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Der Bezug des BND-Neubaus sei "kein guter Tag für den deutschen Steuerzahler", kritisierte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele im RBB-Programm "radioeins". Das Gebäude sei "nicht nur mächtig, riesig, hässlich, es ist auch ungeheuer teuer."

Die Bundesregierung und ihr Auslandsgeheimdienst BND hatten den Umzug mit dem Argument gerechtfertigt, dass beide Seiten von der räumlichen Nähe des Diensts zu den politischen Entscheidungsträgern in Berlin profitieren würden. Die Zusammenlegung verschiedener Dienststellen werde zudem zu mehr Effizienz in den Arbeitsabläufen führen.

Schindler griff diese Argumente am Montag anlässlich eines Festakts in Berlin auf: "Als Dienstleister für die politischen Entscheidungsträger in Regierung und Parlament gehört der BND nach Berlin", erklärte er. Der Umzug sei "ein klares Zeichen nach innen und außen: Der BND kommt in die Mitte der Hauptstadt".

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) verwies bei der Feier darauf, dass die Informationen des BND eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Politik darstellten. Gerade bei internationalen Krisen sei es unabdingbar, dass sie zeitgerecht zur Verfügung stünden - was durch die räumliche Nähe sichergestellt werden könne.

Der Grünen-Politiker Ströbele wies diese Argumentation zurück: Er verstehe nicht, warum die BND-Mitarbeiter ihre Arbeit "nicht genauso gut oder genauso schlecht von Pullach aus weiter machen können wie jetzt von Berlin aus".

Die 174 Mitarbeiter nahmen am Montag ihre Arbeit in der so genannten Nordbebauung auf. Dort befinden sich das Logistik-Zentrum, die Energiezentrale und ein Parkhaus mit 600 Stellplätzen. Das komplette Gelände soll bis Ende 2016 bezugsfertig sein; bis dahin soll auch das Hauptgebäude fertiggestellt sein. Dort sollen die meisten Büros, die BND-Führungsebene und das Infozentrum untergebracht werden.

Der Neubau soll nach Fertigstellung rund 5200 Räume beherbergen. Nach BND-Angaben werden dafür 135.000 Kubikmeter Beton und 20.000 Tonnen Stahl verbaut. Durch das Gelände ziehen sich demnach rund 20.000 Kilometer Glasfaserkabel und 10.000 Kilometer Kupferkabel. Für den kompletten Umzug müssen laut BND 58.000 Möbelstücke und rund 100.000 Umzugskartons an den neuen Standort transportiert werden.

(xity, AFP)


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