Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder stehen zur Hälfte leer

Magazin: Mehr als 160.000 Plätze für Flüchtlinge derzeit nicht belegt

Dem Magazin "Kommunal" zufolge stehen zahlreiche Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge leer.

Berlin - Nach einer Umfrage des Magazins "Kommunal" in den Bundesländern sind derzeit mehr als 160.000 Plätze in den Unterkünften nicht belegt. Die bundesweit niedrigste Belegungsquote hat demnach Thüringen mit 15 Prozent.

In Sachsen und Niedersachsen seien jeweils nur 19 Prozent der Plätze in den landeseigenen Einrichtungen belegt, hieß es weiter. Die höchste Auslastung habe Berlin mit 92 Prozent. Zum Stichtag 1. April wohnten dem Bericht zufolge in den Erstaufnahmen der Länder insgesamt rund 204.000 Flüchtlinge. Hinzu kamen demnach hunderttausende Asylsuchende in Einrichtungen der Kommunen.

In mehreren Bundesländern leben Flüchtlinge aber immer noch in Zelten. So nutzen Hamburg, Baden-Württemberg, Bremen und Sachsen nach Angaben der zuständigen Ministerien teilweise Zelte, um hunderte Asylsuchende unterzubringen. Hintergrund für die geringe Auslastung der Erstaufnahmeeinrichtungen sind demnach neben der Verteilung auf die Kommunen auch die Schließung der Balkanroute und die schlechte Witterung im Winter.

Seit Schließung der Balkanroute kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland. Im März wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums nur noch 20.000 Zuwanderer im sogenannten Easy-System registriert. Im Dezember waren noch rund 120.000 Neuzugänge erfasst worden, im Januar 90.000.

Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, werden zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Bundesländer registriert und untergebracht. Nach einigen Wochen werden sie in der Regel auf die Kommunen verteilt. Das Magazin "Kommunal" erscheint in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.

(xity, AFP)