Erneut Kurdenproteste in Hamburg

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Wegen der Lage im Nahen Osten haben am Mittwochabend in Hamburg erneut Kurden protestiert.

Hamburg - Wie die Polizei in der Nacht mitteilte, zogen zunächst bis zu 1300 Menschen friedlich bei einem Demonstrationszug durch die Stadt. Später zogen mehrere Gruppen durch den Stadtteil St. Georg, in dem es am Dienstag zu Zusammenstößen zwischen Kurden und mutmaßlichen radikalen Muslimen gekommen war. Auseinandersetzungen seien aber weitgehend verhindert worden, erklärte die Polizei. Mehrere "Störer" seien in Gewahrsam genommen worden.

Ein Mensch wurde den Angaben zufolge verletzt aufgefunden. Die Hintergründe des Falls seien aber noch unklar. Wegen der angespannten Lage war die Polizei mit einem Großaufgebot von 1300 Beamten im Einsatz, die unter anderem zahlreiche Personen auf den Straßen kontrollierten. Dabei stießen sie unter anderem auf Baseballschläger und eine Schusswaffe.

Am Dienstag waren in Hamburg mehrere hundert Kurden sowie mutmaßliche Anhänger der radikal-islamischen Salafisten-Bewegung nahe einer Moschee aufeinander losgegangen und mussten von der Polizei getrennt werden. 14 Menschen wurden verletzt. Die Beamten stellten auch dabei Stich- und Schlagwaffen sicher.

Hintergrund der Proteste in Hamburg ist der Kampf kurdischer Einheiten gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Auch in zahlreichen anderen deutschen und europäischen Städten demonstrierten Kurden in den vergangenen Tagen für mehr Unterstützung ihrer Landsleute gegen die IS.

(xity, AFP)