21.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ermittlungsverfahren gegen Haderthauer eingeleitet

Ermittlungsverfahren gegen Haderthauer eingeleitet

Auch Modellautobauer will Strafanzeige erstatten

Die Staatsanwaltschaft München hat wie erwartet in der sogenannten Modellbau-Affäre ein Ermittlungsverfahren gegen Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) eröffnet.

München - Gegenstand sei die Überprüfung eines gegen Haderthauer erhobenen Betrugsvorwurfs, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde auf Anfrage. Derweil kündigte ein von Haderthauer als Modellbauer in der Psychiatrie beschäftigter Dreifach-Mörder ebenfalls Strafanzeige gegen die Ministerin an.

Die Politikerin und ihr Ehemann Hubert Haderthauer waren früher Gesellschafter der Sapor Modelltechnik. Ein ehemaliger Kompagnon fühlte sich nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen über die tatsächlichen Gewinne mit dem Verkauf der luxuriösen Modellautos, die zum Teil für mehrere tausend Euro verkauft wurden, getäuscht und hatte deshalb Strafanzeige erstattet. Wie Heidenreich sagte, bildet diese Anzeige die Grundlage für die Ermittlungen sowohl gegen Haderthauer als auch deren Ehemann.

Über den weiteren Verlauf des Verfahrens und über dessen Inhalt wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Er konnte zunächst auch nicht den Eingang einer weiteren Strafanzeige gegen das Ehepaar Haderthauer bestätigen. Laut "Bild"-Zeitung will der wegen dreifachen Mordes in Sicherungsverwahrung untergebrachte Modellauto-Bauer Roland S. Strafanzeige gegen das Ehepaar erstatten. "Mein Mandat fühlt sich von dem Ehepaar Haderthauer ausgenutzt. Deshalb wollen wir Strafanzeige stellen", sagte der Rechtsanwalt von S., Adam Ahmed, dem Blatt.

Der gelernte Bauschlosser S. hat nach Zeitungsinformationen im Zuge einer Therapie in der Forensik bis zu 130 Modellautos gebaut, die das Ehepaar Haderthauer über die Firma Sapor Modelltechnik für insgesamt mehr als 2,6 Millionen Euro weiterverkauft oder versteigert haben sollen. Der Häftling habe für seine Arbeit demnach nur 200 Euro pro Monat erhalten und werfe Hubert Haderthauer vor, die von ihm gefertigten Modellautos als von ihm selbst hergestellte Modelle ausgegeben zu haben.

Die Modelle wurden zum Teil über das britische Auktionshaus Christie´s versteigert und sollen dabei als Produkte von Hubert Haderthauer verkauft worden sein. Eine Christie´s-Sprecherin sagte der "Bild", das Unternehmen werde die Vorwürfe untersuchen. Christine Haderthauer sagte der Zeitung, der Vorwurf sei "nichts Neues". In der politischen Debatte geht es vor allem um die Frage, wie lange und wie intensiv Haderthauer an den Geschäften der Firma beteiligt war.

(xity, AFP)


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