12.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ermittlungen zu Terrorverdacht bei Karnevalszug beendet

Ermittlungen zu Terrorverdacht bei Karnevalszug beendet

Hinweise in Braunschweig nicht bestätigt

Rund drei Monate nach der Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig wegen Hinweisen auf einen möglicherweise geplanten Terroranschlag hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ohne konkrete Ergebnisse eingestellt.

Braunschweig - Das teilten die Staatsanwaltschaft sowie die beteiligten Polizeibehörden in Hannover und Braunschweig mit. Der Verdacht ließ sich demnach trotz aufwändiger Recherchen nicht erhärten.

"Nach Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden strafprozessualen Maßnahmen ließen sich weder konkrete weitere Hinweise auf einen bevorstehenden Gewaltakt, noch einen bestimmten Täterkreis oder einen islamistischen Hintergrund feststellen", erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft Hannover, Jörg Fröhlich.

Der Umzug in der niedersächsischen Stadt war im Februar von den Sicherheitsbehörden gestrichen worden, nachdem sie Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan erhalten hatten. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, hatte ein "seit Jahren zuverlässiger Informant" dem niedersächsischen Verfassungsschutz am Abend vor der Veranstaltung von einem Gespräch Unbekannter berichtet, das er mithörte und aus dem er die Gefahr eines islamistisch motivierten Anschlags herauslas.

Die Behörden nahmen Ermittlungen auf und sagten den Karnevalszug zur Sicherheit kurzfristig ab. Zu dem nach Veranstalterangaben größten Karnevalsumzug in Norddeutschland - bekannt als "Schoduvel" - waren bis zu 250.000 Besucher erwartet worden.

Während der folgenden Ermittlungen wurden den Angaben zufolge unter anderem Funkzellendaten von Mobiltelefonen abgerufen und Menschen befragt, die eventuell weitere Aufschlüsse zu der Angelegenheit hätten geben können. Trotzdem hätten die Angaben des Informanten letztlich weder erhärtet noch die Gesprächsteilnehmer identifiziert werden können, teilten die Behörden mit. Von einer Gefährdung für die öffentliche Sicherheit sei angesichts der Ermittlungen derzeit nicht auszugehen.

Die Absage des traditionsreichen Umzugs verteidigten die Behörden aber. "Auch wenn später keine weiterreichenden Erkenntnisse gewonnen werden konnten, war es angesichts der möglichen Bedrohungslage für Leib und Leben richtig, die Karnevalsveranstaltung abzusagen", erklärte der Präsident des Landeskriminalamts, Uwe Kolmey.

(xity, AFP)


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