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Ermittlungen wegen Korruption und Untreue bei "Gorch Fock"

Polizei und Staatsanwaltschaft bilden Sonderkommission

Polizei und Staatsanwaltschaft intensivieren ihre Ermittlungen wegen Korruptions- und Untreueverdachts bei der Instandsetzung des Bundeswehr-Segelschulschiffs "Gorch Fock".

Oldenburg/Osnabrück - Die im Januar eingerichtete Ermittlungsgruppe werde zur Sonderkommission Wasser ausgebaut und zugleich personell deutlich aufgestockt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in den niedersächsischen Städten Oldenburg und Osnabrück mit. Dort sollen alle Vorwürfe in dem "Gorch Fock"-Komplex zentral bearbeitet werden.

Die Instandsetzung des traditionsreichen Schulschiffs der Bundeswehr sorgt wegen drastischer Kostensteigerungen politisch seit Monaten für Wirbel. Bei den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft geht es indes um Korruptions- und Untreueverdacht rund um die Arbeiten und die damit beauftragte Elsflether Werft. Diese meldete zwischenzeitlich Insolvenz an. Gegen den Ex-Vorstandschef wird wegen Untreue ermittelt.

Zum konkreten aktuellen Ermittlungsstand äußerte sich ein Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Nachfrage nicht. Die Behörde ist als Zentralstelle speziell für die Bearbeitung von Korruptionsstraftaten zuständig. Aufgrund der Komplexität des Falls seien weitere Spezialisten hinzugezogen worden, teilte diese mit.

Früheren Berichten zufolge richten sich die Korruptionsermittlungen gegen einen Angehörigen der Streitkräfte und standen im Zusammenhang mit der Vergabe von Aufträgen an die Werft und andere Firmen. Ferner ging es bei den Untreuevorwürfen gegen das inzwischen abgelöste ehemalige Werftmanagement um Finanztransaktionen aus dem laufenden Betrieb, die teilweise etwa in Form von Darlehen an Firmen in dessen Besitz gingen.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte die umstrittene Sanierung der "Gorck Fock" zwischenzeitlich gestoppt, nach Gesprächen mit Vertretern der Werft vor rund drei Wochen aber wieder aufgenommen. Demnach sollen die Gesamtkosten maximal bei 128 Millionen Euro liegen dürfen. Ende 2015 war noch von einer Summe von zehn Millionen Euro ausgegangen worden.

(xity, AFP)


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