14.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ermittlungen nach Großbrand mit sechs Toten in Bayern

Ermittlungen nach Großbrand mit sechs Toten in Bayern

Technischer Defekt mögliche Brandursache

Nach dem Großbrand mit sechs Toten in einem Gästehaus in Bayern laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren.

Schneizlreuth - Es spreche "sehr vieles" für einen technischen Defekt an einer elektrischen Anlage als Ursache, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Bei dem Feuer waren in der Nacht zum Samstag sieben weitere Menschen schwer verletzt worden, zwei davon erlitten schwere Brandverletzungen.

Als der Brand in dem Gästehaus in Schneizlreuth im Berchtesgadener Land ausbrach, hielten sich laut Polizei insgesamt rund 50 Menschen in dem Gebäude auf, darunter 47 Mitarbeiter einer Firma aus Niederbayern. Die meisten konnten sich aus dem Haus retten.

Am Samstagnachmittag wurden die Leichen von sechs Männern aus dem Obergeschoss des Gebäudes geborgen. Nach Angaben des Polizeisprechers handelt es sich bei den Toten um Männer im Alter zwischen 30 und 42 Jahren, die aus Niederbayern stammten. Die genaue Identität ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Dies sollte nach Angaben des Sprechers durch DNA-Analysen erfolgen.

Zwei der sieben Schwerverletzten wurden aufgrund schwerer Brandverletzungen in Spezialkliniken behandelt. Nach Angaben der Polizei besteht aber keine Lebensgefahr. Die anderen Verletzten hatten Rauchgasvergiftungen, Prellungen und Knochenbrüche erlitten.

Auch die Ermittlungen zur Brandursache waren noch nicht abgeschlossen. Gutachter wollten im Laufe dieser Woche erneut den Brandort untersuchen, sagte der Polizeisprecher. Es deute vieles auf einen technischen Defekt als Ursache hin. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung unter Verwendung von Brandbeschleunigern gab es laut Polizei nicht.

Bei dem Gästehaus in Schneizlreuth handelte es sich um ein älteres, umgebautes Bauernhaus mit Scheune. Die Feuerwehr war mit mehr als 250 Einsatzkräften vor Ort, konnte teilweise aber nur von außen löschen, da ein gefahrloses Betreten des Gebäudes nicht immer möglich war. Erst am frühen Samstagvormittag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Im Einsatz waren laut Polizei auch mehr als 60 Helfer des Roten Kreuzes, eines Krisen-Interventionsteams, sieben Notärzte und das Technische Hilfswerk. Angehörige der Toten wurden in Bad Reichenhall betreut. An dem Bauernhaus entstand ein Sachschaden von rund 600.000 Euro.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH