23.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ermittlungen nach Angriff auf Asylbefürworter in Freital

Ermittlungen nach Angriff auf Asylbefürworter in Freital

Tatverdächtige sollen nach Demo Auto traktiert haben

Nach Angriffen auf Unterstützer der Asylbewerberunterkunft im sächsischen Freital ermittelt die Polizei gegen vier Tatverdächtige.

Freital - Den beiden Hauptverdächtigen werde versuchte gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung vorgeworfen, sagte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums (OAZ). Gegen die zwei anderen werde wegen Beihilfe ermittelt. Alle stammen demnach aus dem Raum Dresden. Es habe auch Durchsuchungen gegeben, sagte die Sprecherin, ohne zunächst weitere Details zu nennen.

Die Tatverdächtigen sollen am Dienstag nach einer Protestkundgebung vor dem Asylbewerberheim in Freital ein Auto mit abreisenden Pro-Asyl-Demonstranten verfolgt und bedrängt haben. An einer Tankstelle in Dresden wurde dann die Frontscheibe des Autos mit einem Baseballschläger eingeschlagen. Dabei wurde ein Insasse durch Glassplitter leicht verletzt. Das OAZ ist eine Sondereinheit der sächsischen Polizei, die bei Straftaten mit extremistischem Hintergrund eingeschaltet wird.

Seit Tagen gibt es massive Proteste rund um das Asylbewerberheim in Freital. Schon seit Monaten machen die Gegner Stimmung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Nachdem am Montag bekannt wurde, dass weitere Asylbewerber in der sächsischen Stadt untergebracht werden, hatte sich die Lage zugespitzt. Am Donnerstagabend gab es zum vierten Mal in Folge Demonstrationen. Den rund 100 Gegnern der Asylunterkunft standen nach Polizeiangaben etwa genauso viele Befürworter gegenüber. Die Lage sei ruhig geblieben. Zuvor hatte es wiederholt Angriffe auf Pro-Asyl-Demonstranten gegeben.

Für Freitagabend haben verschiedene Initiativen wie "Dresden nazifrei" und das Bündnis "Dresden für alle" sowie Grüne, Linke und SPD zu einer Solidaritätskundgebung in Freital aufgerufen. "Gerade in der jetzigen Situation ist es umso wichtiger, dass wir offen unsere Solidarität für geflüchtete Menschen zeigen", erklärte Steffi Brachtel von der Organisation "Weltoffenheit und Toleranz - Freital und Umgebung".

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH