Eritreischer Menschenschmuggler nach Italien ausgeliefert

35-Jähriger soll tausende Flüchtlinge nach Europa gebracht haben

Der Eritreer Medhanie Yehdego Mered ist vom Sudan nach Italien überstellt worden, wo ihm der Prozess wegen Menschenschmuggels gemacht werden soll.

Berlin - Der 35-jährige Medhani Yehdego Mered, genannt "Der General", sei am Montagabend nach Italien geflogen worden, teilte die italienische Polizei am Mittwoch mit. Demnach gilt Mered als einer der wichtigsten Schleuser auf der Route zwischen Sub-Sahara-Afrika und Libyen.

Mered wurde seit vergangenem Jahr wegen Menschenschmuggels international gesucht und im Mai in der sudanesischen Hauptstadt Khartum festgenommen. Er wird verdächtigt, für bis zu 8000 Menschen pro Jahr die Fahrt in Booten über das Mittelmeer nach Europa rganisiert zu haben. Seine Festnahme sei "ein wichtiger Wendepunkt im Kampf gegen Menschenschmuggel", sagte der italienische Staatsanwalt Francesco Lo Voi.

Es ist das erste Mal, dass ein Anführer eines Schmugglernetzwerks in Afrika festgenommen und in Italien vor Gericht gestellt wird. Mered wurde vom sudanesischen Geheimdienst mit Hilfe der italienischen und der britischen Polizei ausfindig gemacht. Laut der italienischen Polizei zeigten abgehörte Telefongespräche, dass er mit Schmugglern in Italien, den Niederlanden und Skandinavien in Kontakt stand.

Die Polizei wirft Mered auch vor, die Wächter libyscher Gefängnisse bestochen zu haben. Er habe so inhaftierte Flüchtlinge freibekommen, um sie anschließend selbst festhalten zu können und von Angehörigen in der Heimat Lösegeld zu erpressen. Auf Anfragen von Angehörigen, die ihn auf der Suche nach vermissten Familienmitgliedern kontaktiert hätten, habe er "zynisch und skrupellos" reagiert, hieß es.

(xity, AFP)