Erhebung: Energiebedarf 2021 zu 42 Prozent von Erneuerbaren gedeckt

Leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

Die erneuerbaren Energiequellen haben in Deutschland in diesem Jahr rund 42 Prozent des Energiebedarfs gedeckt.

Berlin - Das ergaben vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), wie beide am Mittwoch mitteilten. Im Vorjahr hatte der Anteil bei 46 Prozent gelegen. Grund für den Rückgang waren eine windschwache erste Jahreshälfte und ein insgesamt höherer Stromverbrauch.

Einen leichten Zuwachs verzeichnete demnach die Solarenergie: 2021 lieferten Photovoltaikanlagen insgesamt gut 51 Milliarden Kilowattstunden, im Vorjahr waren es 49 Milliarden Kilowattstunden. Der größte Anteil der Erneuerbaren entfiel auch in diesem Jahr auf die Windenergie: Windkraftanlagen an Land produzierten 2022 insgesamt 92 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das war aber ein deutliches Minus im Vergleich zum Vorjahr mit gut 105 Milliarden Kilowattstunden. Windanlagen auf See produzierten weitere 25 Milliarden Kilowattstunden, zwei Milliarden weniger als im Vorjahr.

Aus Biomasse wurden 50 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, das entsprach in etwa dem Wert aus dem Vorjahr. Wasserkraftanlagen lieferten weitere 20 Milliarden Kilowattstunden Strom, eine Milliarde Kilowattstunden mehr als 2020.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2021 über 582 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt - davon stammten 238 Milliarden aus erneuerbaren Energien. "Bis zum geplanten Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent im Jahr 2030 liegt noch ein großes Stück Arbeit vor uns", erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Dies sei insbesondere der Fall, da der Stromverbrauch in den kommenden Jahren weiter ansteigen werde.

Um die ambitionierten Ziele der neuen Bundesregierung beim Ausbau der Erneuerbaren zu erreichen, forderte Andreae den zeitnahen Abbau von "Hemmnissen und Restriktionen für den Erneuerbaren-Ausbau". Insbesondere müssten Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und Flächen für den Ausbau der Windenergie an Land und auf der See ausgewiesen werden. Auch die bürokratischen Hürden für den Bau von Photovoltaikanlagen müssten abgebaut werden, forderte Andreae. Entscheidend sei außerdem der Ausbau des Stromnetzes.

(xity, AFP)