Erfurter SPD-Landtagsfraktion nimmt früheren AfD-Abgeordneten Helmerich auf

Rot-Rot-Grün baut knappe Mehrheit im Landtag um eine auf zwei Stimmen aus

Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag hat den früheren AfD-Politiker Oskar Helmerich als Mitglied aufgenommen.

Erfurt - Für die Aufnahme des aus der AfD ausgetretenen Parlamentariers stimmten am Mittwoch acht der elf anwesenden SPD-Fraktionsmitglieder, wie die Landtags-SPD in Erfurt mitteilte. Zwei votierten dagegen, ein Mitglied beteiligte sich nicht an der Abstimmung.

Durch die Aufnahme Helmerichs in die SPD-Fraktion verfügt die Koalition aus Linken, SPD und Grünen in Thüringen nun über eine Mehrheit von zwei Stimmen. Von den 91 Abgeordneten gehören jetzt 47 dem rot-rot-grünen Lager an. Die SPD-Landtagsfraktion zählt nun 13 Mitglieder.

"Meine Fraktion hat es sich mit der Aufnahme von Oskar Helmerich nicht leicht gemacht", erklärte SPD-Fraktionschef Matthias Hey. "Wir haben lange und intensiv darüber intern debattiert und entschieden, ihn anzuhören." Helmerich habe in der SPD-Fraktionssitzung am Mittwoch "noch einmal sehr ausführlich dargelegt", warum er der Landtagsfraktion und der SPD beitreten wolle.

Hey unterstrich, der zur Zeit parteilose Helmerich habe "plausibel begründet, warum er damals in die AfD ein- und wieder ausgetreten ist". Der Rechtsanwalt habe zudem erklärt, hinter den Zielen des rot-rot-grünen Koalitionsvertrags zu stehen.

Helmerich habe sich zu den Prinzipien der Sozialdemokratie bekannt und wolle diese auch nach außen vertreten. "Wir gehen davon aus, dass er sich um eine Parteimitgliedschaft bewirbt", erklärte der SPD-Fraktionschef.

(xity, AFP)