24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Entwicklungsminister warnt vor Boko Haram

Entwicklungsminister warnt vor Boko Haram

Müller: Können den Konflikt nicht von Europa aus lösen

Angesichts der Gewalt durch die Islamistengruppe Boko Haram in Nigeria hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vor einer Destabilisierung der Region gewarnt.

Berlin - "Die Gruppierung muss ernst genommen werden", sagte Müller in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. "Wir können aber nicht die Erwartung wecken, dass wir aus Deutschland oder aus Europa diese Konflikte lösen könnten", fügte er hinzu.

"Wir können dazu beitragen, mit Konfliktprävention, Bildungsangeboten oder einem Dialog der Religionen Perspektiven für die Menschen in Nigeria mit zu entwickeln. Es wäre vermessen zu glauben, dass wir solche terroristischen Gruppierungen mit einem radikalen Ansatz stoppen könnten."

Nigeria sei durch dieses "schreckliche Verbrechen" der Boko Haram, die Entführung von Schülerinnen im Norden des Landes, ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt. "Im Augenblick geht es darum, die entführten Mädchen zu befreien und mit Unterstützung der Franzosen und anderer das Drama zu beenden", sagte Müller der AFP.

Der CSU-Politiker, der Mitte Juni selbst nach Nigeria reisen wird, verwies zugleich auf weitere Herausforderungen, denen das westafrikanische Land gegenüberstehe. Die Bevölkerung Nigerias werde sich bis 2050 auf 300 Millionen Menschen verdoppeln. Das bringe Probleme mit sich, aber auch Chancen. Nigeria sei immerhin das wirtschaftlich größte und stärkste Land Afrikas mit einer Wachstumsperspektive. "Das Land ist nicht arm, es hat Bodenschätze, Reichtum, Öl, und es geht um die entscheidende Frage, wie werden diese Milliarden zur Entwicklung des eigenen Landes eingesetzt."

Die Bundesregierung strebt laut Müller mit Nigeria eine Entwicklungspartnerschaft an, im Rahmen derer deutsches Fachwissen langfristig zur Verfügung gestellt werden soll. Deutschland unterstütze das Land beim Ausbau der Infrastruktur sowie in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Umwelt. Im Bereich Umwelt will Müller deutsche Kommunen gewinnen, große Städte wie Abuja und Lagos etwa bei der Abwasserbewirtschaftung oder der Abfallentsorgung zu beraten.

(xity, AFP)


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