19.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Energieeffizienz im Luftverkehr

Energieeffizienz im Luftverkehr

Unternehmen stellen Fortschritte vor

Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen im Luftverkehr eine herausragende Rolle.

Düsseldorf - Die gesamte Branche – von Fluggesellschaften über Flugzeughersteller bis hin zu Flughafenbetreibern – arbeiten gemeinsam mit großem Engagement an einer spürbaren Reduzierung der Emissionen. Die deutsche Luftfahrt gehört daher zu den Vorreitern in Sachen Energieeffizienz – am Boden und in der Luft. Bei einem gemeinsamen Termin am Düsseldorfer Flughafen zeigten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Air Berlin sowie der Airport selbst auf, durch welche Maßnahmen und technologischen Fortschritte diese Entwicklung erzielt werden konnte und welche Bemühungen weiter geplant sind.
"Die deutschen Fluggesellschaften fliegen so effizient wie nie zuvor und verbrauchen im Durchschnitt nur noch 3,68 Liter pro Passagier und 100 Kilometer. Das ist ein neuer Rekord. Insgesamt konnten im Vergleich zum Vorjahr 353 Millionen Liter Kerosin eingespart werden“, so Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.
"Air Berlin ist Vorreiter in Sachen Öko-Effizienz. Von 1994 bis 2013 haben wir unseren spezifischen Treibstoffverbrauch pro Passagierkilometer (PKM) insgesamt um 25 Prozent gesenkt. Unser Umweltengagement ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie und gleichzeitig auch ein herausragendes Qualitätsmerkmal, das für Passagiere wie Geschäftspartner zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Mit unserem umfassenden Treibstoffeffizienzprogramm tragen wir zum verantwortungsvollen Umgang mit fossilen Rohstoffen bei und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Kostenreduktion“, sagte Wolfgang Prock-Schauer, Chief Executive Officer Air Berlin.
"Wir haben die Umwelt fest im Blick, denn Klimaschutz ist eine gemeinsame Verantwortung unserer Zeit. Da der Preis für unsere Mobilität nun einmal der Verbrauch von Energie ist, ist es das Ziel des Flughafens, die Auswirkungen unseres Betriebs so gering wie möglich zu halten“, erklärte Thomas Schnalke, Geschäftsführer des Düsseldorfer Airports.
Für sein ökologisches Engagement zur Reduzierung der CO2-Emissionen wird der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens bereits seit drei Jahren mit dem Gütesiegel des renommierten Klimaschutzprogramms "Airport-Carbon-Accreditation“ (ACA) offiziell zertifiziert. In diesem Jahr bestätigte der europäische Dachverband der Flughäfen (ACI) die erneute Erreichung der zweiten von vier Stufen (Reduction). Das ACA-Programm ist ein speziell für Flughäfen entwickeltes System zur Erfassung von Treibhausgasemissionen der Airports mit einer unabhängigen Überprüfung des errechneten CO2-Fußabdrucks sowie der Verfolgung von Reduktionszielen. Die vom Flughafen direkt beeinflussbaren Emissionen lagen im vergangenen Jahr bei 57.880 Tonnen. Das Reduktionsziel wurde bereits vor circa zwei Jahren formuliert: Der CO2-Ausstoß des Flughafens soll bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2012 bis 2020 pro Verkehrseinheit (internationale Berechnungsgröße für einen Passagier mit Gepäck oder 100 Kilogramm Frachtgut) um zehn Prozent gesenkt werden. Dies entspricht einem CO2-Ausstoß von 2,55 Kilogramm pro Verkehrseinheit in 2020. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Airport den CO2-Ausstoß auf 2,62 Kilogramm pro Verkehrseinheit senken.
Der Düsseldorfer Flughafen hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt: Eine der größten Photovoltaik-Anlagen in Nordrhein- Westfalen wurde durch die Grünwerke im Sicherheitsbereich errichtet sowie zwei Anlagen auf den Flugzeughallen 3 und 7 installiert. Ein effizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt Wärme und Strom. Eine Wettervorhersage-Steuerung ermöglicht eine vorausschauende Kühlung oder Beheizung in einem Verwaltungstrakt. Weitere Beispiele: Rund 1.200 Leuchtmittel wurden durch Energiespar- sowie LEDLampen ersetzt. Der Bau der neuen Flughafenverwaltung erfolgt unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz. Rund 35 Flughafenangestellte wurden zu sogenannten CO2-Scouts, die Kleinverbraucher ermitteln und deren Einsparpotenziale erfassen und umsetzen, geschult.
Geplant sind weitere Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz wie zum Beispiel die Umstellung von rund 30 Fahrzeugen auf dem Vorfeld auf alternative Antriebe bis 2020. Die Eigenversorgungsquote mit Strom soll langfristig über die heute erreichten zehn Prozent hinaus ausgebaut werden. Außerdem steht die Fertigstellung eines zusätzlichen Blockheizkraftwerks sowie einer Absorptionskälteanlagen an. Ebenso die Implementierung der erfolgreichen Wettervorhersage-Steuerung im gesamten Terminal. Intern sollen Umweltbeauftragte, die das Thema Klima- und Umweltschutz über den Aspekt der CO2-Ersparnis hinaus ins Unternehmen tragen, geschult werden. Um den Erfolg aller Maßnahmen weiter zu dokumentieren, strebt der Airport im Jahr 2016 die dritte Stufe (Optimization) des ACA-Programms an.
Air Berlin hat 2013 ihren durchschnittlichen Treibstoffverbrauch auf 3,3 Liter pro 100 geflogene Passagierkilometer (PKM) gesenkt. Das entspricht einer Verbesserung von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3,4 Liter). Damit liegt Air Berlin mehr als ein Prozent über der von der IATA geforderten jährlichen Verbesserung von 1,5 Prozent. Insgesamt hat Air Berlin im vergangenen Jahr durch die Treibstoffreduktion etwa 70.000 Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht rund 4.700 Flügen von München nach Palma de Mallorca. Mittelfristig will Deutschlands zweitgrößte Airline ihren Treibstoffverbrauch auf drei Liter pro 100 PKM senken.
Der Branchenverband fasst die Ergebnisse der Luftverkehrswirtschaft im BDL-Report Energieeffizienz und Klimaschutz zusammen. Generell liegt der Anteil des Luftverkehrs an den weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen bei 2,42 Prozent und ist seit Jahren rückläufig. Die CO2-Emissionen der deutschen Inlandsflüge gingen seit 1990 um 18 Prozent zurück – trotz eines Verkehrswachstums von 63 Prozent. Die Flughäfen konnten ihre CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2012 um fast zehn Prozent senken. Während sich der deutsche Luftverkehr seit 1990 mehr als verdreifacht hat, ist der Kerosinbedarf im gleichen Zeitraum nur um 89 Prozent gestiegen.

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