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Empörung über Edathy-Vergleich von Nacktfotos mit Kunst

Enttäuschung über fehlendes Bedauern von SPD-Politiker

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat mit seinem Vergleich zwischen den von ihm angekauften Nacktbildern von Kindern und Aktbildern in der Kunstgeschichte parteiübergreifend für Empörung gesorgt.

Berlin - "Es ist unverfroren, Material im Grenzbereich zur Kinderpornografie jetzt auch noch als Kunst zu verkaufen", sagte Scheuer. Unionsfraktions-Vize Nadine Schön warf Edathy in demselben Blatt vor, er unterstütze Geschäfte mit den Körpern von Kindern, "selbst wenn er nur legales Material gekauft haben sollte". "Wenn er immer noch nicht begriffen hat, dass auch die Nacktaufnahmen, die er gekauft hat, Kindern schaden, hat er definitiv nichts in der Politik zu suchen", sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki ebenfalls in der "Bild".

Edathy hatte am Wochenende Vorwürfe zurückgewiesen, er sei ein Pädophiler. "Ich bin nicht pädophil. In der Kunstgeschichte hat der männliche Akt, auch der Kinder- und Jugendakt, eine lange Tradition. Man muss daran keinen Gefallen finden, man darf es aber", sagte er dem Magazin "Spiegel". Weiter forderte er Respekt vor seiner Privatsphäre, da er sich rechtskonform verhalten habe.

Der langjährige Sprecher der SPD-Linken, Ernst Dieter Rossmann, sagte dagegen dem "Hamburger Abendblatt", ein Bundestagsabgeordneter könne für sich "keine strikte Trennung von Privatleben und Mandat reklamieren". Rossmann äußerte sich enttäuscht darüber, dass Edathy auch in seinem neuen Interview "kein Bedauern, für die Kinder und Jugendlichen ausgesprochen hat, die für solche Fotos missbraucht werden".

Edathy hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Internet Nacktaufnahmen von Jugendlichen bestellt, die "im Grenzbereich" zur Kinderpornographie angesiedelt seien.

(xity, AFP)


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