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EKD-Vorsitzender: Pegida missbraucht Begriff Abendland

"Das genaue Gegenteil von Christentum"

Der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, kritisiert das Pegida-Bündnis gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes.

Berlin - "Der Begriff Abendland wird leider oft als Kampfbegriff missbraucht, um sich von anderen Menschen, anderen Religionen und anderen Kulturen abzugrenzen", sagte Bedford-Strohm der Berliner "tageszeitung". "Wenn die sogenannte christliche Abendlandkultur benutzt wird, um ausländerfeindliche, rassistische und menschenverachtende Parolen zu unterfüttern, ist das das genaue Gegenteil von Christentum."

Deshalb sei es auch wichtig, ganz klare Positionen zu vertreten, fügte der EKD-Ratsvorsitzende hinzu. "Es darf überhaupt kein Zweifel aufkommen können, dass das Recht auf freie Religionsausübung in Deutschland unantastbar ist und dass auch die christlichen Kirchen dieses Recht verteidigen." Zwar müsse man bei den Pegida-Demonstranten hinhören und die Sorgen und Nöte wahrnehmen. Verstehen könne aber "nie heißen, irgendeinen Zweifel daran zu lassen, dass jegliche Menschenfeindlichkeit inakzeptabel und ganz bestimmt unvereinbar mit dem christlichen Glauben ist".

Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". In den vergangenen Wochen nahmen in Dresden regelmäßig tausende Menschen an Kundgebungen der Bewegung teil und forderten unter anderem ein strengeres Asylrecht.

(xity, AFP)


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