24.04.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Einmal in die „Schuhe des Anderen“ treten

Einmal in die „Schuhe des Anderen“ treten

Schulung der besonderen Art: Perspektivenwechsel

Mitarbeiter der Aachener Stadtverwaltung aus unterschiedlichen Fachbereichen hatten jetzt erstmalig die Gelegenheit, eine Schulung der besonderen Art zu belegen.

Aachen - Der Verein GIPS Spielen & Lernen (GIPS S&L) gab ihnen darin als Menschen ohne Behinderung die Möglichkeit, einen realen Perspektivenwechsel vorzunehmen und ihnen damit ein eindrucksvolles Bild von Menschen mit Behinderung zu vermitteln.

In Zusammenarbeit mit der städtischen Leitstelle „Menschen mit Behinderungen“ machten sich demnach 15 Kollegen und Kolleginnen des Fachbereichs „Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen“ auf den Weg, nach einem alten indianischen Sprichwort „in den Schuhen des Anderen“ zu treten. Ausgerüstet mit Schwarzbrillen, Langstöcken und / oder mit Rollstühlen musste von den Teilnehmern mit zwei Straßenüberquerungen der Weg vom Verwaltungsgebäude Hackländerstraße zum Verwaltungsgebäude am Marschiertor zurückgelegt und der Weg zur dortigen Kantine gefunden werden. Anschließend ging es auf einem etwas anderem Weg und Besuch des Hauptbahnhofs zurück zur Hackländerstraße.

Die „Rollstuhlfahrer“ stellten dabei fest, dass Menschen im Rollstuhl ständig auf der Suche nach einem gut „berollbaren“ Weg sind. Die Fortbewegung mit Rollstuhl erfordere Vorausdenken und sei teilweise sehr kräftezehrend. Kleine Aufkantungen im Straßenbereich stellten ein fast unüberwindbares Hindernis dar, eine lange Rampe war nur mit großem Kraftaufwand zu meistern. Die Fortbewegung als blinder Mensch mit Schwarzbrille und Langstock hinterließ bei den Teilnehmern ebenfalls großen Eindruck. Insbesondere die absolute Orientierungslosigkeit, nichts mehr sehen zu können, verursachte bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung viel Verunsicherung.

Nach der Schulung äußerte sich die Teilnehmerrunde sehr positiv und vor allem in ihrer Rolle als Stadtplaner und Stadtplanerinnen auch dankbar für die gemachten Erfahrungen. Sie stellten fest, dass „hundert Schritte in den Schuhen eines Menschen mit Behinderung“ spannend und lehrreich, aber auch physisch und psychisch sehr anstrengend waren.


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