22.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Einer der besten Horrorfilme seit Jahren

Einer der besten Horrorfilme seit Jahren

'Hereditary' starpaziert das Nervenkostüm

Sein Ruf eilt dem Thriller "Hereditary - Das Vermächtnis" voraus. Der bedrückende und bedrohliche Streifen ist einer der besten Horrorfilme seit Jahren.

Düsseldorf - Es beginnt mit einer Todesanzeige. Ellen Graham, so erfahren wir gleich in den ersten Sekunden des Horror-Dramas, ist verstorben. Langsame Kamerabewegungen, dazu die gruselige Filmmusik von Komponist Colin Stetson - "Hereditary" wirkt sofort bedrohlich und beklemmend. Über die Handlung darf nicht zu viel verraten werden, das würde einiges kaputtmachen. Ganz grob umrissen geht es darum: Nach dem Tod von Ellen Graham passieren deren Tochter Annie (Toni Collette), ihrem Mann Steve (Gabriel Byrne) und ihren Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) plötzlich mysteriöse Dinge. Je tiefer Annie in die Geschichte ihrer Familie eintaucht, desto mehr muss sie erkennen, dass sie ein ungeahntes, düsteres Schicksal erwartet - ein Vermächtnis, dem sie womöglich nicht entkommen können.

"Hereditary" ist allerdings weit mehr als bloß ein einfacher Horror-Streifen über ein Geisterhaus. Zugrunde liegt dem Film in einer zweiten Ebene ein klassisches Familiendrama. Es geht um Trauer, Schuld und darum, wie sich all das auf die Familiendynamik auswirkt. Ari Aster legt es nicht darauf an, willkürliche Schock-Momente zu kreieren, sondern jede Szene hat ihren Sinn. Und jedes Detail trägt zur einmaligen Stimmung des Filmes bei: Die Miniaturwelten, die Annie Graham kreiert und mit denen sie sich ihre Welt irgendwie zu erklären versucht. Das Baumhaus, in dem Charlie sich gerne versteckt. Alles wirkt irgendwie gruselig.

Ari Aster jedenfalls, dessen zuvor veröffentlichte Kurzfilme "The Strange Thing About The Johnsons" und "Munchhausen" sich ebenfalls um dysfunktionale Familien drehten und der sich zu "Hereditary" von seinen eigenen Erfahrungen mit Trauer und Tragödie inspirieren ließ, dürfte eine große Karriere blühen. Doch auch die schauspielerischen Leistungen sind in "Hereditary" beeindruckend. Wie bitte schafft Milly Shapiro es, im zarten Alter von 16 Jahren so angsteinflößend zu schauen? Auch Toni Collette, die mit "The Sixth Sense" schon einmal in einem Film über das Übernatürliche vor der Kamera stand, hat in ihrer Rolle stets einen Funken Wahnsinn in den Augen.

Weitere Fotos und Trailer findet ihr hier


Copyright 2018 © Xity Online GmbH