"Eigene Räume - Eigene Sammlung"

Verein präsentiert Ausstellung in der Alten Post

Der Verein "Kunst und Krefeld" zeigt ab Sonntag, 8. März, die Ausstellung "Eigene Räume - Eigene Sammlung" in der Alten Post an der Steinstraße.

Krefeld - Kurator Professor Hans Joachim Albrecht hat 21 Gemälde und Skulpturen von Krefelder oder mit Krefeld verbundenen Künstlern ausgewählt. Zum ersten Mal wird auch eine Mädchenstatue (um 1940) von Günter von Scheven ausgestellt. Die fast lebensgroße Gipsarbeit haben Vereinsmitglieder aus einem Sperrmüllhaufen in Bockum vor der Entsorgung gerettet. Die Kunstsammlung von "Kunst und Krefeld" umfasst rund 100 Werke, darunter Arbeiten von Gustav Fünders, Wilhelm Ludger Brandenberg und August Pigulla. "Eigene Räume - Eigene Sammlung" wird mindestens bis Ende März gezeigt.

Das wohl älteste Werk der Ausstellung "Krefelder Markthalle" (um 1930) stammt von Wolf von Beckerath (1896 bis 1944): Der Blick geht durch die langgezogene Halle, die bis in die 1960er-Jahre an der Friedrichstraße stand. Links und rechts des Mittelgangs reihen sich die Stände, hinter den ausgelegten Waren stehen Verkäufer. Auch die Stahlkonstruktion des Daches deutet von Beckerath an, der von 1921 bis 1923 an der Kunstgewerbeschule in Krefeld studierte. Nach weiteren Studienaufenthalte in München, Berlin und Paris arbeitete er als freier Maler in seiner Heimatstadt. Er starb während eines Luftangriffes 1944 in Brühl. Ende der 1940er-Jahre widmete das Kaiser-Wilhelm-Museum ihm eine Gedächtnis-Ausstellung.

Der 2004 gegründete Verein "Kunst und Krefeld" hat sich unter anderem zum Ziel gemacht, die Werkgeschichte und Lebensläufe aller im Raum Krefeld professionell tätigen Künstler zu erfassen und zu dokumentieren. "Die Ausstellung ist eine Essenz unserer Arbeit", so Vereinsvorsitzender Christoph Tölke. Den passenden Rahmen haben sich die gut 85 Vereinsmitglieder mit viel Engagement und eigenen Mitteln selbst geschaffen: Die etwa 200 Quadratmeter große ehemalige Schalterhalle der Alten Post haben sie zu einem hellen Ausstellungsraum umgestaltet. Nachdem der Verein seinen langjährigen Standort vor einigen Jahren an der Girmesgath aufgeben musste, bezog man im vergangenen Jahr das vom Verein erworbene Erdgeschoss der Alten Post an der Steinstraße. "Es ist ein neuer Anfang für uns", sagt Professorin Roswitha Hirner, zweite stellvertretende Vorsitzende. Mit der ersten Schau aus dem Bestand der eigenen Sammlung erhofft sich der Verein, nun auch wieder vermehrt in der Öffentlichkeit präsent zu sein und Menschen für die Vereinsarbeit zu begeistern. Im direkten Umfeld ist das schon passiert: Die "Neuen" und ihre Aktivitäten haben die Neugier im Quartier geweckt. "Viele aus dem Viertel kommen und schauen", so Tölke.

Die Ausstellung ist geöffnet an den drei März-Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr, jeden Mittwoch und Donnerstag im März zwischen 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen über den Verein stehen unter www.kunstundkrefeld.de


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